Soziales / 30.11.2018

Vier Millionen Menschen in Vollzeit erhalten einen Niedriglohn

Zeitungsbericht: Trotz Vollzeit erhalten viele Arbeitnehmer weniger als zwei Drittel des mittleren Lohns.

Berlin (dpa) 4,2 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland in Vollzeit zu einem Niedriglohn. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, die der Bild-Zeitung vorliegt. Diese Arbeitskräfte verdienen dem Bericht zufolge weniger als zwei Drittel des mittleren Lohns. Das sind derzeit 1733 Euro brutto im Osten und 2226 Euro in Westdeutschland.

Jeder Fünfte arbeitet im Niedriglohn-Bereich

Die "Bild"-Zeitung weist zum Vergleich darauf hin, dass eine Hartz-IV-Familie mit zwei Kindern im Schnitt laut Bundesagentur für Arbeit über ein Haushaltsbudget von 2.144 Euro verfügt. Allerdings sind darin Leistungen für die Kinder mit eingerechnet, die auch Niedriglohn-Beziehern zustehen und zu ihrem Einkommen hinzukämen.

Nach amtlichen Zahlen arbeitet rund jeder fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Niedriglohn-Bereich. Dies berge weiterhin "gewaltigen sozialen und politischen Sprengstoff", sagte die Linken-Abgeordnete Susanne Ferschl der "Bild": "Die Erfolgsmeldungen am Arbeitsmarkt verkehren sich bei genauerer Betrachtung in ihr Gegenteil. Wenn jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte zum Niedriglohn schuftet, dann muss die Politik handeln."

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 Deutsche Presseagentur