Gesundheit / 13.02.2018

Volkskrankheit Diabetes

Über 400 Millionen Menschen auf der ganzen Welt leiden an Diabetes. Prognosen sehen steigende Zahlen - 7,5 Millionen Erkrankte in Deutschland

Bad Homburg (kjs/IQVIA). Rund 425 Millionen Menschen sind aktuell weltweit an Diabetes mellitus erkrankt. Deutschland steht im internationalen Vergleich mit 7,5 Millionen Zuckerkranken auf Platz 9. Schätzungen gehen von weiteren 0,4 Millionen Personen aus, bei denen eine Diabetes-Erkrankungen bislang noch nicht diagnostiziert ist. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl der 20- bis 79-Jährigen gibt es somit in Deutschland eine Krankheitshäufigkeit (Prävalenz) von 8,3 Prozent Diabetikern. Damit rangiert Deutschland an Platz zwei in Europa. Nur Portugal kommt auf eine höhere Prävalenz von 9,8 Prozent. Frankreich und Italien verzeichnen 4,8 Prozent, während Großbritannien das Schlusslicht mit 4,3 Prozent in Europa bildet.

Das geht aus einer Information von IQVIA hervor. Prognosen besagen, dass es im Jahr 2045 weltweit 629 Millionen Diabetiker geben wird. Die weltweite Prävalenz würde damit von 8,8 Prozent auf 9,9 Prozent steigen. Nach Weltregionen getrennt ist die höchste Anzahl der Diabetiker mit 159 Millionen Erkrankten (2017) im Westpazifischen Raum festzustellen, gefolgt von Südost-Asien mit 82 Millionen Zuckerkranken. Europa kommt auf 58 Millionen Diabetiker.

Gefahr schwerer Folgeerkrankungen

Die häufigste Form der Zuckerkrankheit ist mit rund 90 Prozent der Diabetes mellitus Typ 2. Meist tritt diese Krankheitsform in einem Lebensalter von 40 Jahren und älter auf. Allerdings erkranken auch jüngere Personen daran.

Bei nicht oder nicht ausreichend therapiertem Diabetes besteht die Gefahr von schwerwiegenden Erkrankungen, wie Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall, Erkrankungen an Nieren und Füßen oder Netzhautschäden.

Steigender Medikamentenbedarf

Die Anzahl der verordneten Arzneimittel steigt von Jahr zu Jahr. Weltweit ist der Umsatz an Diabetes-Medikamenten auf 73,5 Milliarden US-Dollar (2016) gestiegen. Die Umsatzprognose für derartige Arzneimittel beträgt im Jahr 2021 weltweit 95 bis 110 Milliarden US-Dollar. Das IQVIA-Institut geht von einer jährlichen Steigerung der Arzneimittelkosten in Höhe von 8 bis 11 Prozent aus.

Karl-Josef Steden / IQVIA

Autor

Karl-Josef Steden