Finanzen / 09.10.2017

Vorsicht vor Freunden und Familie

Persönliche Beziehungen spielen bei der Vermittlung von Produkten auf dem Grauen Kapitalmarkt offenbar eine große Rolle.

Frankfurt (mjj) Der Graue Kapitalmarkt ist ein Tummelbecken von Produkten ohne einheitlicher gesetzlicher Regulierung. Gehandelt werden geschlossene Fonds, Unternehmensbeteiligungen, Genussrechte oder etwa Nachrangdarlehen. Wenn es zu Problemen kommt, sind Verbraucherzentralen oft eine der ersten Anlaufadressen. Im Rahmen der bundesweiten Marktwächter-Initiative hat die Verbraucherzentrale Hessen 358 Beratungsgespräche analysiert.  

Ein Ergebnis stimmt nachdenklich: In 70 Prozent der Fälle standen die Anleger in einer engeren Beziehung zum Vermittler. "Jede vierte Kapitalanlage wurde im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis vermittelt“, sagt Wolf Brandes, Teamleiter Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Hessen. Bei 45 Prozent der Fälle bestand eine mehrjährige Geschäftsbeziehung zum Vermittler. "Offensichtlich nutzen einige Berater und Vermittler das ihnen entgegengebrachte Vertrauen aus", so Brandes weiter.

Einmal mehr bewahrheitet sich die Weisheit "Vertrauen ist gut, Kontrolle besser". Und vielleicht ist dieser Tipp auch nicht schlecht: Lieber vorher fragen, als später klagen. Unabhängige Beratung in Finanzdingen gibt es nämlich bei den Verbraucherzentralen auch schon vor Vertragsabschluss.

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Autor

Michael J. John