Gesundheit / 18.01.2019

Vorsorgeuntersuchungen: Darmkrebsfrüherkennung

Untersuchungen können Darmkrebs im Frühstadium erkennen. So weist ein Stuhltest occultes Blut nach, eine Kolloskopie zeigt Polypen und Wucherungen.

Eine Gesundheitskarte mit Bild steckt in einer Computertastatur. photothek © Ute Grabowsky

Bad Homburg (kjs). Versicherte haben ab dem Alter von 50 Jahren bis zur Vollendung des 55. Lebensjahres Anspruch auf die jährliche Durchführung eines Tests auf nicht sichtbares (occultes) Blut im Stuhl. Der Stuhltest findet zu Hause statt. Er kann kleinste Mengen Blut nachweisen und damit erste Hinweise auf einen möglichen Darmtumor oder Polypen geben. Mit einem Spatel trägt man an drei aufeinander folgenden Tagen eine Stuhlprobe auf Teststreifen auf. Diese werden vom behandelnden Arzt ausgewertet. Im so genannten immunologischen Stuhltests kann Blut im Stuhl mithilfe von Antikörpern nachgewiesen werden.

Darmkrebs wächst langsam und unbemerkt

Der Darmkrebs wächst über Jahre sehr langsam und unbemerkt. Tumore im Darm bluten allerdings häufig. Treten derartige Beschwerden auf, ist die Krankheit meist schon fortgeschritten. Dabei nimmt das Erkrankungsrisiko mit dem Alter zu. Männer sind deutlich gefährdeter als Frauen.

Ab dem 55. Lebensjahr sollte man deshalb eine präventive Darmspiegelung (Koloskopie) machen lassen: Der Darm wird dabei mit einem Endoskop von innen angeschaut. Ist das Ergebnis unauffällig, reicht es aus, wenn man die Untersuchung nach frühestens zehn Jahren noch einmal in Anspruch nimmt. Alternativ ist alle zwei Jahre ein Occultbluttest möglich. Die Kosten hierfür werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Darmspiegelung beim Facharzt

Erste Ansprechpartner ist der Hausarzt, bei Frauen auch der behandelnde Gynäkologe. Zur Darmspiegelung müssen Haus- oder Frauenarzt den Versicherten überweisen: Die Koloskopie darf nur von Medizinern durchgeführt werden, die eine besondere Weiterbildung und Qualifikation für diese Untersuchung nachgewiesen haben. Der Arzt informiert einige Tage vorher eingehend über das Gesamtprogramm der Früherkennung und wie die Darmspiegelung abläuft.

Vor einer Darmspiegelung muss der Dickdarm vollständig entleert werden, damit er zuverlässig beurteilte werden kann. Schon einige Tage vor der Darmspiegelung soll man deshalb auf schwer verdauliche Speisen und Vollkornprodukte verzichten. Vor der Untersuchung ist dann ein Abführmittel einzunehmen. Am Abend vorher soll der Patient nichts mehr essen. Ein Einlauf, kurz vor der Untersuchung, ist nur dann notwendig, wenn der Darm nicht restlos entleert ist.

Ablauf der Koloskopie

Bei der Darmspiegelung wird der gesamte Dickdarm betrachtet. Sie ist die wirksamste Untersuchung zur Darmkrebsvorsorge. Bei der Untersuchung führt der Arzt einen dünnen, biegsamem Schlauch (Koloskop) langsam in den Enddarm ein und schiebt ihn durch den ganzen Dickdarm bis zum Dünndarm vor. In den Darm wird etwas Luft eingeblasen.

Am Ende des Koloskops befindet sich ein winziges Objektiv, mit dem sich Veränderungen an der Darmwand erkennen lassen. Bei diesem Vorgang lassen sich auch Gewebeproben entnehmen, die anschließend im Labor untersucht werden. Polypen (Adenome) können mit einer Schlinge, die über das Endoskop eingeführt wird, sofort komplikationsarm entfernt werden.

Die Untersuchung ist für den Patienten schonend. Er kann eine leichte Sedierung erhalten, die ihn in eine Art Dämmerschlaf versetzt, so dass er kaum etwas spürt. Die Untersuchung dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Schon am Tag der Koloskopie kann man wieder alles essen. Wer eine Sedierung erhalten hat, darf diesem Tag nicht Auto fahren.

Generell gilt, dass bei jeder Art von Darmbeschwerden oder Blut im Stuhl unmittelbar ein Arzt aufgesucht werden sollte, unabhängig von Altersgrenzen und Früherkennungsmöglichkeiten.

Weitere Informationen

Einen vollständigen Überblick zum Thema Vorsorgeuntersuchungen 2019 finden Sie in unserem Artikel „Ihr Vorsorge-Guide 2019

Autor

Karl-Josef Steden