Gesundheit / 10.01.2019

Vorsorgeuntersuchungen: Das Chlamydien-Screening

Vorsorge-Guide 2019: Chlamydien-Screening für Frauen. Die häufig beschwerdefrei verlaufende Infektion kann ernste Folgen haben.

Forschen im Labor – Bildnachweis: stocksy.com © Victor Torres

Bad Homburg (kjs). Infektionen mit der genitalen Chlamydia trachomatis gehören weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren bakteriellen Erkrankungen. Auch wenn eine Chlamydien-Infektion oft beschwerdefrei verläuft, kann sie gerade für Frauen ernste Folgen haben. Sie kann zur Sterilität sowie zu Schwangerschaftskomplikationen und zu Infektionen der Neugeborenen führen.

Daher haben Frauen bis zum abgeschlossenen 25. Lebensjahr einmal jährlich Anspruch auf eine Untersuchung auf Chlamydien. Die Kosten des Chlamydien-Screenings werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Häufig verläuft eine Chlamydien-Infektion unbemerkt

Unbewusst sind viele Frauen Überträger dieser Erkrankung. Das gilt im Übrigen auch für Männer. Allerdings führt nicht bei jeder Frau das Bakterium zu den erwähnten Folgen. Dafür sorgt häufig das körpereigene Immunsystem.

Mit einer Untersuchung beim Frauenarzt lässt sich eine mögliche Infektion feststellen. Anhand einer Urinprobe lässt sich in einem speziellen Test (Nukleinsäure-amplifizierender Test) der Erreger festgestellt. Hierfür wird der erste Urin beim Wasserlassen benötigt, nicht – wie sonst oft – der sogenannte Mittelstrahlurin. Die Patientin erhält bereits wenige Tage später das Testergebnis.

Der Test gilt als zuverlässig. Wird der Erreger frühzeitig erkannt, kann ein Antibiotikum helfen. Die Infektion heilt dann meist folgenlos ab, wenn bis zu diesem Zeitpunkt noch keine bleibenden Schäden entstanden sind.

Auch beim Partner kann eine Behandlung notwendig werden

Die Bakterien können sich in den Genitalschleimhäuten einnisten und zu einer Entzündung des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutter führen. Dann kann es zu vermehrtem Ausfluss sowie leichten Blutungen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen. In Einzelfällen können auch Augen und Atemwege betroffen sein.

Besonders gefährdet sind Personen mit wechselnden Partnerschaften. Deshalb bieten Kondome eine recht gute Sicherheit – auch vor Ansteckungen. Denn auch beim Partner kann eine Behandlung notwendig werden.

Weitere Informationen

Einen vollständigen Überblick zum Thema Vorsorgeuntersuchungen 2019 finden Sie in unserem Artikel „Ihr Vorsorge-Guide 2019“.

Autor

Karl-Josef Steden