Rente / 13.03.2020

Vorzeitig in Rente: Was der Abschlagsausgleich kostet

Viele Beschäftigte können vor der regulären Altersgrenze in Rente gehen. Wie sich mit Ausgleichszahlungen Abschläge vermeiden lassen.

Bild zum Beitrag "". Das Bild zeigt Dokumente und einen Taschenrechner.

Bad Homburg (sth). Von den mehr als 784.000 Beschäftigten, die 2018 mit Erreichen der Altersgrenze in Rente gingen, nahmen knapp 180.000 oder 22,9 Prozent Abschläge wegen vorzeitigen Rentenbeginns in Kauf. Das geht aus aktuellen statistischen Analysen der Deutschen Rentenversicherung hervor. Im Durchschnitt bekamen die Frührentner mehr als zwei Jahre (gut 26 Monate) vor dem regulären Rentenbeginn ihre erste Rente gezahlt. Dafür mussten sie im Schnitt einen monatlichen Rentenabschlag von knapp 90 Euro hinnehmen.

Trotz der im Einzelfall hohen Renteneinbußen, die mit einem vorzeitigen Rentenbeginn verbunden sind, will also immer noch knapp ein Viertel der angehenden Rentner vorzeitig dem Job den Rücken kehren. Damit die fälligen Rentenabschläge aber nicht alle Wünsche für das Leben im Alter zunichte machen, kann man sich ab dem 50. Lebensjahr von der Rentenversicherung kostenlos ausrechnen lassen, was ein Vorabausgleich der Abschläge durch freiwillige Beitragszahlungen in diesem Jahr kostet. Die Tabelle unten liefert dazu einen Anhaltspunkt. 

Jahrgang 1957: Rentenbeginn mit 63 kostet 10,5 Prozent Abschlag

Die Höhe des Beitragsaufwandes ist abhängig vom Durchschnittsverdienst im jeweiligen Jahr (2020 = vorläufig 40.551 Euro), dem Beitragssatz zur Rentenversicherung (2020 = 18,6 Prozent) und dem Prozentsatz, um den die Rente gekürzt wird (Beispiel: 10,5 Prozent Rentenminderung für Versicherte des Jahrgangs 1957, die mit dem 63. Geburtstag statt dem regulären Rentenalter von 65 Jahren und elf Monaten in Rente gehen wollen). Nach einer bestimmten Formel wird daraus der notwendige Beitrag zum Ausgleich der Rentenminderung errechnet.

Die Ausgleichszahlungen können ab dem 50. Geburtstag bis zu zweimal jährlich an die Rentenversicherung überwiesen und als Aufwendungen für Altersvorsorge beim Finanzamt geltend gemacht werden. Entscheidet man sich später doch für einen regulären Rentenbeginn, sorgen diese Extrabeiträge für eine höhere Rente. Wer sich individuell ausrechnen lassen möchte, in welcher Höhe Beiträge gezahlt werden können und ob sich das lohnt, kann einen Beratungstermin in den Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung vereinbaren. Kostenfreies Servicetelefon der Rentenversicherung: 0800 1000 4800. 

Notwendige Beiträge zum Ausgleich von Rentenabschlägen im 1. Halbjahr 2020

Bei erwarteter Rentenhöhe von ... brutto und um ... Jahre vorgezogenem Rentenbeginn beträgt der monatliche Rentenabschlag So viel kostet es, den Abschlag zu vermeiden
600 Euro 1 Jahr (3,6 %) 21,60 Euro 5.114 Euro
2 Jahre (7,2 %) 43,20 Euro 10.624 Euro
3 Jahre (10,8 %) 64,80 Euro 16.579 Euro
800 Euro 1 Jahr 28,80 Euro 6.818 Euro
2 Jahre 57,60 Euro 14.165 Euro
3 Jahre 86,40 Euro 22.105 Euro
1.000 Euro 1 Jahr 36 Euro 8.523 Euro
2 Jahre 72 Euro 17.706 Euro
3 Jahre 108 Euro 27.631 Euro
1.200 Euro 1 Jahr 43,20 Euro 10.227 Euro
2 Jahre 86,40 Euro 21.248 Euro
3 Jahre 129,60 Euro 33.158 Euro
1.400 Euro 1 Jahr 50,40 Euro 11.932 Euro
2 Jahre 100,80 Euro 24.789 Euro
3 Jahre 151,20 Euro 38.684 Euro
1.600 Euro 1 Jahr 57,60 Euro 13.636 Euro
2 Jahre 115,20 Euro 28.330 Euro
3 Jahre 172,80 Euro 44.210 Euro
1.800 Euro 1 Jahr 64,80 Euro 15.341 Euro
2 Jahre 129,60 Euro 31.871 Euro
3 Jahre 194,40 Euro 49.736 Euro
2.000 Euro 1 Jahr 72 Euro 17.045 Euro
2 Jahre 144 Euro 35.413 Euro
3 Jahre 216 Euro 55.263 Euro

Quelle: Deutsche Rentenversicherung in Bayern 

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Broschüre der Deutschen Rentenversicherung in Bayern mit Daten zur Höhe der Ausgleichskosten für Rentenabschläge bei vorzeitigem Rentenbeginn (S. 35)

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Autor

Stefan Thissen