Rente / 05.10.2017

Wagner für Altersgrenzen-Korridor

Sozialbeirats-Chef: Weitere Erhöhung des Rentenalters nach 2030 würde Renten-Finanzierung sehr erleichtern.

Berlin (sth). Der Vorsitzende des Sozialbeirats der Bundesregierung, Gert G. Wagner, hat sich erneut für eine weitere Anhebung der Altersgrenze nach 2030 ausgesprochen. Laut einem Bericht des "Handelsblatt" schlägt Wagner vor, die Altersgrenze dann schrittweise auf eine Höhe "von 70 Jahren mit einem flexiblen Korridor von 68 bis 72 Jahren steigen zu lassen". Wagner zeigt dabei Sympathie für die Idee des Münchner Ökonomen Axel Börsch-Supan, das Rentenalter nach 2030 mit der steigenden allgemeinen Lebenserwartung zu erhöhen (siehe auch Link unten).

Konkret würde dies laut "Handelsblatt" unter Berufung auf ein Gutachten Börsch-Supans für das Bundeswirtschaftsministeriums bedeuten, das Renteneintrittsalter um zwei Jahre anzuheben, wenn die allgemeine Lebenserwartung um drei Jahre gestiegen ist. Dadurch entstehe eine "Win-win-Situation für Beitragszahler und Rentner". Sie würden sich nach der Vorstellung Börsch-Supans, der Direktor des Munich Center for the Economics of Aging (MEA) am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik ist, die Kosten der steigenden Lebenserwartung im Verhältnis 2:1 teilen (siehe Link ganz unten).

Um einen solchen Schritt "menschenwürdig" gestalten zu können, müssten aber zunächst deutliche Fortschritte bei Prävention, Rehabilitation und Qualifikation älterer Arbeitnehmer gemacht werden, fordert Wagner. Dazu müsse die Politik vor allem den jährlich rund 170.000 neu Erwerbsgeminderten ein besseres Angebot als derzeit machen. "Ohne eine Verbesserung der Lage von Frührentnern wird es keine Akzeptanz für ein höheres Rentenalter geben", sagte der Chef des Sozialbeirats, der jährlich im Spätherbst ein Gutachten zum aktuellen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung erstellt.   

Mehr zum Thema:

www.handelsblatt.com

Link zu einem Bericht des "Handelsblatt" über die rentenpolitischen Forderungen des Sozialbeirats-Vorsitzenden Prof. Gert G. Wagner an die künftige Bundesregierung

www.mea.mpisoc.mpg.de

Link zu einem Statement des Münchner Ökonomen Prof. Axel Börsch-Supan zur weiteren Anhebung der Altersgrenze nach 2030