Gesundheit / 03.12.2020

Wann ein Bad gut für die Gesundheit ist – und wann nicht

Ein ausgiebiges Bad tut dem Körper gut – aber nicht in jedem Fall. Aufpassen sollten vor allem Ältere und Menschen mit bestimmten Erkrankungen.

Eine Frau entspannt in der Badewanne. Bildnachweis: wdv © Hermann, OG

Euskirchen/Frankfurt/Main (dpa/tmn). Wenn es draußen kalt, nass und stürmisch ist, nehmen viele gerne ein wohlig-wärmendes Bad. Doch so entspannend die Zeit in der Badewanne ist: Damit auch der Körper profitiert, sollte man es nicht übertreiben.

„Die Regeln lauten: Nicht zu oft, nicht zu heiß, nicht zu lange und nicht zu viel Seife benutzen“, sagt die Medizinerin Daniela Hubloher von der Verbraucherzentrale Hessen.

Wer das beherzigt, kann vom Baden aber gesundheitlich profitieren. „Gerade denjenigen, die unter einer degenerativen Gelenkerkrankung leiden, tut die Wärme gut – solange sie sich nicht gerade in einem entzündlichen Schub befinden“, erklärt Hubloher.

Wenn man sich eine Erkältung eingefangen hat, kann man sich ein Vollbad gönnen. Gut tut es auch bei bestimmten Hauterkrankungen. Bei Sportlerinnen und Sportlern relaxt das warme Wasser die Muskeln nach einem anstrengenden Training. „Das Durchwärmen der Muskulatur kann dann sehr angenehm wirken“, sagt Dermatologe Uwe Schwichtenberg. Viele empfinden die Wärme generell als entspannend.

Wann die Dusche die bessere Wahl ist

Es gibt aber auch Menschen, für die ein Vollbad gesundheitlich eher nicht förderlich ist: Bei niedrigem Blutdruck und Venenerkrankungen, etwa Krampfadern, sollte man lieber duschen, sagt Hubloher. „Hat man Fieber oder Gelenkerkrankungen, die akut entzündlich sind, würde die Wärme das alles noch verstärken.“

Bei Herz-Kreislauferkrankungen ist Vorsicht angesagt, da während eines Wannenbades die vom Herzen zu pumpende Blutmenge steigt. Das könne bei Herzschwäche ein Problem sein, sagt Schwichtenberg.

Aus dermatologischer Sicht sollten Menschen mit sehr trockener Haut lange, heiße Bäder mit entfettenden Badezusätzen meiden. Das kann man aber genauer mit seinem Hautarzt besprechen.

Was ältere Menschen beim Baden beachten sollten

Grundsätzlich aufpassen sollten bei einem Vollbad auch Senioren. „Nach dem Bad hat man ja oft einen eher niedrigeren Blutdruck“, sagt Hubloher. „Deswegen sollten sie danach besonders vorsichtig sein und keine Anstrengungen unternehmen“. Lieber ruhen sie sich erstmal aus.

„Hinzu kommt, dass Senioren, die aus der Wanne aussteigen, dann leichter stürzen können“, schildert die Verbraucherschützerin und Medizinexpertin. Deswegen sollten sie eher duschen als baden. „Oder eine Begleitung rufen, die einem aus der Wanne helfen kann.“

Tipps zur Badezeit und Wassertemperatur

Und wie oft sollte man ein Vollbad nehmen? „Das hängt vom Eigenfettanteil der Haut ab“, sagt Dermatologe Schwichtenberg. „Patienten mit trockener Haut können gegebenenfalls Schwierigkeiten durch die wasserbedingte Entfettung der Haut bekommen.“ Das gilt zum Beispiel bei Neurodermitis. Andere Menschen vertragen ein Vollbad durchaus häufiger.

„Aber eine absolute Maximalzahl für alle Menschen gibt es nicht“, sagt Schwichtenberg. Denn das hängt auch davon ab, welches Wasser man in die Wanne laufen lässt. „Je heißer das Wasser, desto stärker ist die Entfettung der Haut“, sagt Schwichtenberg.

Je nach Hauttyp sollte eine andere, niedrigere Temperatur gewählt werden. „Aber je kälter das Wasser ist, desto geringer ist der Wohlfühleffekt. Dazwischen liegt also der Optimalbereich.“

Bei Badezusätzen genau hinschauen

Bei den Badezusätzen sollte man aufpassen. „Viele enthalten waschaktive Substanzen und sind daher zusätzlich entfettend“, erläutert Schwichtenberg. Für Patienten mit trockener Haut gibt es im Handel Badezusätze mit rückfettenden Substanzen. „So kann man dem entfettenden Effekt des Wassers entgegenwirken.“ Menschen mit Neurodermitis oder Schuppenflechte finden auch medizinische Badezusätze im Handel, ergänzt Hubloher.

Wer erkältet ist, empfindet ätherische Öle im Wasser womöglich als angenehm. Möchte man allerdings umweltschädigende oder gesundheitlich umstrittene Substanzen wie Silikone oder chemisch-synthetische Farb- und Duftstoffe meiden, könne man auf zertifizierte Naturkosmetik zurückgreifen, erklärt Diplom-Chemikerin Kerstin Etzenbach-Effers, die als Referentin für Umwelt und Gesundheitsschutz bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen tätig ist. „Sie verbietet nämlich weitaus mehr Substanzen als die EU-Kosmetik-Verordnung.“

Personen mit einer Allergie sollten aber auch bei zertifizierter Naturkosmetik die Inhaltsstoffe mit ihrem Allergiepass abgleichen.

Autor

 Deutsche Presseagentur – Themendienst