Gesundheit / 29.09.2017

Warten auf Therapieplatz

Psychotherapeutenkammer: Weiterhin zu lange Wartezeit auf Behandlung

Berlin (dpa/mjj). Psychisch kranke Menschen müssen nach Ansicht der Psychotherapeutenkammer immer noch zu lange auf einen Therapieplatz warten. Durch eine Gesetzänderung im April 2017 habe sich zwar die Wartezeit auf eine erste Sprechstunde verbessert, an der Wartezeit auf den Beginn der Therapie habe sich jedoch nichts verbessert.

„Die Bundestherapeutenkammer hat schon immer darauf hingewiesen, dass nach der Sprechstunde nicht mehr Behandlungsplätze zur Verfügung stehen“, sagte Pressesprecher Kay Funke-Kaiser der Deutschen Presse-Agentur. „Im Gegenteil, für Sprechstunde und Akutbehandlung müssen jetzt Stundenkontingente frei gehalten werden, die nicht mehr für die ‚Richtlinien-Psychotherapie‘ zur Verfügung stehen.“

Änderung der Psychotherapeuten-Richtlinie

Durch die Änderung der Psychotherapeuten-Richtlinie zum 1. April 2017 sollte sich das Angebot, wie die Wartezeit auf ein erstes Gespräch mit einem Psychotherapeuten, für psychisch kranke Menschen verbessern. Psychotherapeuten müssen pro Woche mindestens zwei Stunden für Sprechstunden zur Verfügung stehen. Zudem müssen sie 200 Minuten in der Woche am Telefon erreichbar sein. In dringenden Fällen soll es so schneller zur Behandlung kommen.

Reha dauert bis zu sechs Wochen

Auch eine psychosomatisch-psychotherapeutische Rehabilitation über die Deutsche Rentenversicherung kann helfen. In rund 200 Reha-Zentren werden entsprechende Therapien angeboten. Die psychosomatisch-psychotherapeutische Rehabilitation wird fast ausschließlich stationär angeboten. Die Behandlungsdauer ist mit durchschnittlich rund sechs Wochen in der Regel länger als in der medizinischen Reha. Noch in der Klinik werden bei Bedarf Nachsorge-Leistungen angestoßen. 

Autor

 Deutsche Presseagentur