Rente / 17.10.2018

Warum Rentner noch arbeiten wollen

IAB: Beschäftigte im Rentenalter treiben vor allem Spaß an der Arbeit und soziale Kontakt an, teilweise aber auch finanzielle Zwänge.

Nürnberg (dpa/tmn/sth). Spaß an der Arbeit, Kontakt zu anderen Menschen oder der Wunsch, weiterhin eine Aufgabe zu haben: Die Gründe, warum Menschen auch im Rentenalter erwerbstätig sein wollen, sind vorwiegend sozialer oder persönlicher Natur. Finanzielle Gründe spielen aber auch eine Rolle. Das hat eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei der Bundesagentur für Arbeit ergeben. Jeweils rund 90 Prozent der rund 1.000 Befragten im Alter zwischen 58 und 69 Jahre stimmten diesen Motiven zu.

Frauen sind häufiger als Männer auf einen zusätzlichen Verdienst zu ihrer Altersrente angewiesen, heißt es in der Studie. Rund 70 Prozent der Frauen gaben an, das Geld aus ihrer Erwerbstätigkeit zu brauchen. Bei den Männern war es etwa die Hälfte. Die Autoren der Studie werteten jeweils Antworten von erwerbstätigen und erwerbswilligen Rentnern aus. In Deutschland ist nach Angaben des IAB weit mehr als ein Viertel aller Rentnerinnen und Rentner in den ersten drei Jahren nach Übergang in die Altersrente erwerbstätig - bei Männern sind es 28 Prozent, bei Frauen beträgt der Anteil 31 Prozent.

Job bis zum Rentenalter erhöht Wahrscheinlichkeit der Weiterarbeit

Eine Beschäftigung bis zum Renteneintritt steigert laut der Studie die Wahrscheinlichkeit, auch nach dem Übergang in die Altersrente erwerbstätig zu sein. Bei den bis zuletzt erwerbstätigen Frauen sei diese Wahrscheinlichkeit fast doppelt so hoch wie bei den früher nicht erwerbstätigen Frauen (41 Prozent gegenüber 26 Prozent). Bei den Männern liegen die entsprechenden Anteile demnach bei 31 bzw. 24 Prozent.

Eine gute finanzielle Lage nach dem Renteneintritt geht nach Angaben des IAB bei Frauen wie bei Männern mit einer höheren Erwerbstätigenquote im Rentenalter einher. Während 29 Prozent der befragten Rentnerinnen bzw. 26 Prozent der befragten Rentner mit einem Einkommen unter 1.000 Euro erwerbstätig seien, erhöhten sich die Werte bei einem Einkommen von 2.500 Euro und mehr auf 58 bzw. 59 Prozent. Das zusätzlich erwirtschaftete Erwerbseinkommen sei bei den ermittelten Einkommensgrenzen von 1.000 bzw. 2.500 Euro nicht enthalten, so die Studie.

Mehr zum Thema:

http://doku.iab.de

Link zur Studie "Erwerbstätigkeit nach dem Übergang in Altersrente" (im pdf-Format)

Autor

 Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)