Finanzen / 07.12.2018

Was Akademiker verdienen

Angestellte mit akademischem Grad erhalten zumeist überdurchschnittliche Einkommen, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Zwei Männer im Büro an gegenüberliegenden Schreibtischen unterhalten sich. – Bildnachweis: gettyimages.de © Thomas Barwick

Bad Homburg (kjs/IW). Angestellte Akademiker gehören weiterhin zu den Top-Verdienern in Deutschland. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Besonders gut sind die Löhne in Arzt- und Ingenieurberufen. Gesellschaftswissenschaftler verdienen dagegen deutlich weniger.

Generell gilt, dass die Industrie deutlich mehr zahlt als die öffentliche Hand.

Sonderauswertung notwendig

Für diese IW-Studie wurde eine Sonderauswertung der Beschäftigungsstatistik herangezogen. Sie beinhaltet alle sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, ohne Beamte und Selbstständige.

Diese Statistik erfasst allerdings nur die Einkommen bis zur ostdeutschen Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung des Jahres 2017 (monatlich 5.700 Euro). Insofern wird die amtliche Lohnstatistik an diesem Betrag gekappt, so dass höhere Werte nicht ausgewiesen werden.

Betrachtet wurde deshalb der Median des Vollzeit-Bruttomonatsentgelts, das heißt, 50 Prozent der Beschäftigten verdienen mehr und 50 Prozent weniger als diesen Betrag.

Ärzte an der Spitze

Im Mittel verdienen angestellte Ärzte in Deutschland mehr als 5.700 Euro brutto im Monat. Ähnlich hoch sind die Gehälter in den vom Fachkräftemangel stark betroffenen industrienahen Ingenieursberufen, vor allem im Maschinenbau und der Elektrotechnik. Auch angestellte Juristen verdienen mit rund 5.500 Euro überdurchschnittlich gut.

Langfristig dürften sich zudem die besonders gefragten Softwareentwickler und Programmierer auf einen Spitzenplatz schieben. Derzeit bekommen sie mit 5.300 Euro zwar noch etwas weniger, doch die Digitalisierung führt zu einem enormen Fachkräftemangel, so das IW. Das könnte langfristig auch die Einkommen weiter nach oben verschieben.

Schon heute suchen Unternehmen und Ämter händeringend nach Informatikern. Auf 116 gemeldete offene Stellen kommen derzeit nur 100 Informatiker.  Generell zeigt die IW-Studie: Je knapper die Fachkräfte, desto höher die Löhne – zumindest in der Industrie.

Geringeres Einkommen im öffentlichen Dienst

Für alle untersuchten Berufsgruppen gilt, dass angestellte Akademiker im öffentlichen Dienst weniger verdienen als in der freien Wirtschaft. Im öffentlichen Dienst sind die Einkommen an starre Tarife gebunden. Hinzu kommt, dass vielen Kommunen zudem das Geld fehlt, um ähnliche Gehälter wie die Industrie zu zahlen.

Gerade Akademiker in sozialen Berufen sind oft im öffentlichen Dienst beschäftigt und verdienen daher vergleichsweise weniger. So kommen Heimleiter und Streetworker im Mittel auf rund 3.740 Euro brutto im Monat. Angestellte Gesellschaftswissenschaftler liegen mit 3.400 Euro sogar noch leicht darunter.

Autor

Karl-Josef Steden