Gesundheit / 30.08.2018

Was bringt die Wundtherapie?

Prüfinstitut IQWiG kritisiert Intransparenz bei Vakuum-Wundtherapie

Köln (dpa). Der Nutzen von Vakuum-Wundtherapien ist laut dem Kölner Prüfinstitut IQWiG weiterhin unklar. Zur Beurteilung fehlten wichtige Daten, teilte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen am Dienstag mit. Viele Ergebnisse aus Studien seien nicht veröffentlicht, darum ließen sich Nutzen und Schaden der Methode kaum einschätzen.

Das IQWiG hatte im Auftrag der Dachverbände der Krankenkassen, der Kliniken und Ärzte einen Vorbericht zur Bewertung der Therapiemethode erstellt.

Es geht um Kostenerstattung

Es geht um die Frage, ob die Kosten für Vakuum-Wundtherapien künftig im ambulanten Bereich erstattet werden sollen. Millionen Deutsche haben chronische Wunden. Wie sie am besten behandelt werden sollen, ist oft fraglich.

Die bei Klinikaufenthalten häufig eingesetzten Vakuum-Wundtherapien entziehen der Wunde Flüssigkeit und erzeugen damit einen Unterdruck, der gleichzeitig die Durchblutung fördern soll.

Studien ohne Ergebnisse

Für ihre Analyse trugen Mitarbeiter des IQWiG Studien zusammen, die den Einsatz von Vakuum-Wundtherapien bei sogenannter sekundärer Wundheilung untersuchen: Es handelt sich dabei um schwere Wunden etwa bei Patienten mit einem Druckgeschwür (Dekubitus) oder nach Operationen, bei denen die Wunde nicht zugenäht werden kann.

Doch für viele der Studien hätten sie keine Ergebnisse gefunden, sagte Stefan Sauerland, IQWiG-Ressortleiter Nichtmedikamentöse Verfahren. „Wir wissen aus vergleichbaren Fällen, warum Studien manchmal nicht veröffentlicht werden – nämlich weil die Ergebnisse nicht den Erwartungen entsprechen.“

Transparenz erzwingen durch Gesetze

Das IQWiG fordert Gesetzesänderungen in Deutschland, die Transparenz erzwingen. Bei Arzneimitteln gab es hier in den vergangenen Jahren Verschärfungen. „Ohne vergleichbare Vorschriften werden wir auch in zehn Jahren über Interventionen wie die Vakuumtherapie kein gesichertes Wissen haben“, so Sauerland.

Autor

 Deutsche Presseagentur