Rente / 30.01.2020

Was Wohnen mit der Altersvorsorge verbindet

Experten des Forschungsnetzwerks Alterssicherung diskutieren über das Recht auf Wohnen im Alter und die Pflichten von Immobilieneigentümern.

Bild zum Beitrag "Was Wohnen mit der Altersvorsorge verbindet". Das Bild zeigt das Logo der Deutschen Rentenversicherung mit Schriftzug an einer Hauswand.

Berlin (drv/sth). Zunehmende Wohnungsnot, steigende Mieten, Gentrifizierung: Wohnen hat als sozialpolitisches Handlungsfeld erheblich an Bedeutung gewonnen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob stark steigende Preise für Wohneigentum und Miete bestehende Einkommensungleichheiten verstärken und neue soziale Unsicherheiten oder Armutsprobleme erzeugen. Es stellen sich darüber hinaus grundsätzliche Fragen, etwa zur politischen Steuerung der Wohnraumversorgung, nach sozialräumlichen Disparitäten, nach den sozialpolitischen Folgeproblemen hoher Wohnkosten oder sogar zum sozialen Verpflichtungscharakter von Wohneigentum. Diesen Problemen stellen sich an diesem Donnerstag und Freitag zahlreiche Experten bei der Jahrestagung des Forschungsnetzwerks Alterssicherung (FNA) bei der Deutschen Rentenversicherung in Berlin.

Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass es zwischen Alterssicherung und Wohnen zahlreiche Wechselwirkungen gibt – etwa, wenn es um die Rolle von Wohneigentum als Instrument der Altersvorsorge geht oder wenn der gewohnte Lebensstandard im Alter durch steigende Wohnkosten gefährdet ist. Bislang hat der Zusammenhang zwischen Wohnen und Alterssicherung wenig Beachtung gefunden. Im Zuge der FNA-Jahrestagung soll er deshalb systematisch aufgearbeitet und in seinen verschiedenen Facetten betrachtet werden.

Wohnen als Instrument der Alterssicherung

Im Rahmen der Tagung wird es darum gehen, näher zu beleuchten, welche Rolle Wohnen als ein Instrument der Alterssicherung spielt(e). Dabei geht es um weit mehr als den Erwerb von Wohneigentum zur Vorsorge. Die Tagung wird sich zu Beginn mit den Fragen beschäftigen, ob und wie bessere rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen für mehr bezahlbares und soziales Wohnen in Europa geschaffen werden können. Aus rechtlicher Perspektive wird analysiert, ob ältere Menschen gegenwärtig im Bereich des Wohnens besonderen Schutz genießen. Im Verlauf der Konferenz wird eingehend die soziale Lage Älterer hinsichtlich ihrer Wohnsituation, der Rolle von Wohneigentum bei der Alterssicherung und der finanziellen Belastung durch Wohnkosten analysiert – wobei auch die sozialräumliche Heterogenität Berücksichtigung finden wird.

Mit einer Paneldiskussion soll diese Perspektive auf die Wohnbedingungen der älteren Bevölkerung durch einen Blick auf spezielle Bedürfnisse und besondere Herausforderungen hinsichtlich des Wohnens bei älteren Menschen vertieft werden. Gegenstand der Tagung werden auch Er-fahrungen aus dem internationalen Ausland sein. Es werden Immobilien als Kapitalanlage für die Alterssicherung betrachtet und nach Beispielen für die erfolgreiche politische Gestaltung der Wohnraumversorgung Älterer geschaut. Abschließend soll die Rolle der Rentenversicherung im Bereich der Wohnungspolitik – auch aus historischer Perspektive – diskutiert werden.

Mehr zum Thema:

www.fna-rv.de

Übersicht über das Programm der FNA-Jahrestagung 2020 (Link doppelt anklicken)

Autor

 Deutsche Rentenversicherung