Gesundheit / 19.04.2018

Weniger Antibiotika

Antibiotika-Verordnungen gehen im Jahr 2017 zurück – Meist für Erkrankungen der Atemwege verschrieben

Bad Homburg (kjs). Im Jahr 2017 verordneten niedergelassene Ärzte rund 31 Millionen Mal ein systemisches Antibiotikum. Das waren 3,1 Prozent weniger als in 2016. Das geht aus Analysen der Pharma-Marktforschungsfirma IQVIA hervor.

Die systemische Therapie bezieht sich auf den gesamten Organismus. Die meist notierten Diagnosen waren verschiedene Formen der Bronchitis, Erkrankungen des Harnsystems, Mandelentzündung und akute Infektionen an mehreren Stellen der oberen Atemwege, zu denen in der Mehrzahl Erkältungsinfekte zählten.

Verordnungen nach Diagnosen

Ein Viertel aller Verordnungen (25 Prozent) erfolgten gegen akute, obere Atemwegsinfekte. Dazu zählen auch Mandel-, Rachen und Nasennebenhöhlenentzündungen.

Weitere 13 Prozent entfielen auf Erkrankungen des Harnsystems, zu denen auch Entzündungen der Harnblase und der Harnröhre gehören

Für sämtliche akuten Infekte der unteren Atemwege, wie beispielsweise Bronchitis, wurden weitere 13 Prozent der Verordnungen ausgestellt. Auch gegen chronische Erkrankungen der unteren Atemwege, wie zum Beispiel für chronische Lungenerkrankungen (COPD), verschrieben die Ärzte Antibiotika (9 Prozent).

Die restlichen Verordnungen (40 Prozent) verteilten sich auf verschiedene andere Diagnosen, wie beispielsweise Wasser in der Lunge (Lungenödeme) und Mittelohrentzündungen.

Verordnungen nach Ärzten

Die Analysen von IQVIA zeigen, dass systemische Antibiotika zu rund 74 Prozent von Hausärzten, Praktikern und Internisten verordnet wurden. Es folgten Kinder- und Jugendärzte mit 10 Prozent sowie Hals-Nasen-Ohren-Ärzte mit 7 Prozent. Die restlichen Verordnungen (rund 9 Prozent) stellten andere Fachärzte aus.

Autor

Karl-Josef Steden