Soziales / 02.11.2021

Weniger Erziehungshilfe im Corona-Jahr 2020

Erzieherische Hilfen für Menschen unter 27 Jahren wurden 2020 deutlich weniger in Anspruch genommen. Doch eine Leistung fehlt in der Statistik.

Weniger Erziehungshilfe im Corona-Jahr 2020. – Familienstreit.

Wiesbaden (dpa). In der Corona-Pandemie haben weniger Familien staatliche Hilfe bei der Erziehung bekommen. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 963.000 sogenannte erzieherische Hilfen für junge Menschen unter 27 Jahren gewährt. Dem Statistischen Bundesamt zufolge waren das rund fünf Prozent weniger als im Vorjahr.

Erzieherische Hilfen fallen von ihrem Höchst- auf ihren Tiefststand

„Damit ist die Zahl erzieherischer Hilfen nach einem kontinuierlichen Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2008 und ihrem Höchststand im Jahr 2019 erstmals zurückgegangen“, berichteten die Wiesbadener Statistiker am Freitag. „Hintergrund der Entwicklung im Jahr 2020 sind vermutlich die allgemeinen Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie.“

Reine Telefonberatung fehlt in der Statistik

Erzieherische Hilfen sind Beratungs-, Betreuungs- oder Hilfeangebote. Das Spektrum reicht von Erziehungsberatungen über sozialpädagogische Familienhilfen bis hin zu Heimerziehungen. Träger solcher Angebote sind zum Beispiel Jugendämter, Caritas oder Diakonie.

Am häufigsten wurden der Statistik zufolge Erziehungsberatungen vor Ort in Anspruch genommen – „im Jahr 2020 allerdings deutlich seltener als in den Vorjahren“, wie die Statistiker feststellen mussten: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Erziehungsberatungen vor Ort um acht Prozent gesunken – und damit von ihrem Höchst- auf ihren Tiefststand. Beratungsstellen hätten aber betont, dass 2020 verstärkt per Telefon beraten wurde, was in der Statistik nicht erfasst wird.

Autor

 Deutsche Presseagentur