Rente / 08.10.2018

Weniger Erziehungsrenten – aber mehr Geld

Die Zahl der Geschiedenen mit Kindern und Rentenanspruch sinkt weiter. Doch die Rentenhöhe ist seit 2011 im Schnitt um 100 Euro monatlich gestiegen.

Bad Homburg (sth). Immer weniger geschiedene Frauen und Männer mit Kindern, deren Ex-Ehepartner gestorben ist, erhalten eine gesetzliche Erziehungsrente. Wie aus aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht, die ihre-vorsorge.de vorliegen, sank die Zahl der gezahlten Erziehungsrenten im vergangenen Jahr auf bundesweit 8.291. Ein Jahr zuvor bekamen noch 8.631 Elternteile eine solche Rente ausgezahlt, im Jahr 2005 profitierten noch knapp 11.000 Kinder und Jugendliche davon.

Weiter gestiegen ist dagegen die Höhe der gezahlten Erziehungsrenten. Sie belief sich 2017 auf durchschnittlich 832 Euro – etwa 18 Euro mehr als ein Jahr zuvor und 100 Euro mehr als noch im Jahr 2011. Allerdings hängt die Rentenhöhe im Einzelfall – wie bei allen Hinterbliebenenrenten – davon ab, ob eigenes Einkommen des hinterbliebenen Elternteils angerechnet wird. 

Rente aus eigenem Einkommen

Anspruch auf eine Erziehungsrente haben Versicherte mit Kindern, die

  • nach dem 30. Juni 1977 geschieden wurden,
  • einen verstorbenen Ex-Ehegatte und
  • nicht wieder geheiratet haben,
  • die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren zurückgelegt haben und
  • ein eigenes oder ein Kind des früheren Ehepartners erziehen, das noch keine 18 Jahre alt ist (bei behinderten Kindern unabhängig vom Alter).

Die Erziehungsrente soll die finanzielle Absicherung eines oder einer Geschiedenen sicherstellen, solange er oder sie Kinder erzieht. Sie wird aber nicht - wie eine Witwen- oder Witwerrente - aus der Versicherung des Verstorbenen gezahlt, sondern aus dem eigenen Versicherungskonto.

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Link zur Broschüre über Hinterbliebenenrenten der Deutschen Rentenversicherung

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Autor

Stefan Thissen