Finanzen / 08.06.2020

Weniger Firmenpleiten im ersten Quartal

Statistisches Bundesamt: Trotz Corona-Krise ist die Zahl der Insolvenzanträge im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Weniger Firmenpleiten im ersten Quartal. – Kollegin am Schreibtisch und Kollege im Büro schauen besorgt auf eine Finanzgrafik und einen Laptopbildschirm.

Wiesbaden (dpa). In den ersten drei Monaten 2020 sind trotz erster Auswirkungen der Corona-Krise weniger Firmen in Deutschland in die Pleite gerutscht als ein Jahr zuvor. 4.683 Fälle meldeten die Amtsgerichte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes. Das waren 3,7 Prozent weniger als im ersten Quartal 2019, wie die Wiesbadener Behörde am Montag mitteilte.

Betroffen ist vor allem der Handel

Die meisten Firmenpleiten gab es dabei im Handel einschließlich Kfz-Gewerbe mit 788 Fällen. Unternehmen des Baugewerbes stellten 761 Insolvenzanträge, im Gastgewerbe waren es 514 Fälle. Weil wesentlich mehr größere Unternehmen in die Pleite rutschten, lagen die Forderungen der Gläubiger mit rund 7,3 Milliarden Euro deutlich über der Summe des Vorjahreszeitraums (4,7 Mrd Euro).

Überraschend: Corona hat bisher nicht zu mehr Insolvenzen geführt

Bislang habe die Corona-Pandemie „noch nicht dazu geführt, dass mehr Insolvenzverfahren eröffnet wurden“, führten die Statistiker aus. Die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren in Deutschland nahm im Mai wie schon im April ab. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl im Mai um 14,9 Prozent.

Im ersten Quartal meldeten zusätzlich zu den Unternehmensinsolvenzen 20.672 sonstige Schuldner Insolvenz an und damit 6,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Darunter waren 15.095 Anträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie 4.659 Insolvenzanträge von ehemals Selbstständigen.

Autor

 Deutsche Presseagentur