Rente / 21.02.2019

Weniger Renten mit Abschlägen

Von den 759.000 neuen Beziehern einer Altersrente traten 2017 nur noch rund 176.500 vorzeitig mit einer Kürzung in den Ruhestand.

Taschenrechner – Bild: shutterstock / kos1976

Bad Homburg (sth). Die Zahl der Beschäftigten, die für einen vorzeitigen Ruhestand Abschläge in Kauf nehmen, ist im Jahr 2017 weiter gesunken. Wie aus Daten der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht, waren im vorvergangenen Jahr etwa 176.500 der knapp 759.000 erstmals gezahlten Altersrenten um einen Abschlag von durchschnittlich 84 Euro gekürzt. Das entspricht einem Anteil von 23,3 Prozent. Im Jahr zuvor lag die Zahl der gekürzten Renten bei knapp 198.000, der Anteil betrug 25,2 Prozent. Im Jahr 2010 waren noch 320.000 Beschäftigte mit Abschlägen in den Ruhestand getreten, der Anteil lag damals bei 47,5 Prozent.

Die Zahl der Abschlagsmonate lag laut der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Jahr 2017 im Durchschnitt bei 25,7 Monaten. Frauen gingen demnach häufiger (25,8 Prozent) mit Abschlägen in Rente als Männer (20,5 Prozent). Im Westen des Landes seien 21,3 Prozent der Altersrenten mit Abschlägen behaftet gewesen, im Osten waren es dem Schreiben zufolge mit 31,5 Prozent deutlich mehr. Dennoch war die Quote der von einem Abschlag betroffenen Renten auch bei den ostdeutschen Frauen um fast fünf Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr und weniger als halb so hoch wie im Jahr 2010 (79,1 Prozent). Darin dürfte sich die auch in den neuen Ländern in den vergangenen Jahren zunehmend bessere Beschäftigungslage widerspiegeln.

Hauptursache für die rückläufige Zahl der gekürzten Altersrenten dürfte zum einen sein, dass die inzwischen nicht mehr zugänglichen speziellen Altersrenten für Frauen sowie für Arbeitnehmer in Altersteilzeit mit Abschlägen von bis zu 18 Prozent vorzeitig in Anspruch genommen werden konnten. Die vier derzeit möglichen Zugänge in die Altersrente sind entweder nur abschlagsfrei oder mit Abschlägen von höchstens 10,8 Prozent verfügbar. Zudem versuchen immer mehr Unternehmen, Arbeitnehmer wegen eines drohenden Mangels an Fachkräften länger im Betrieb zu halten.

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http://dip21.bundestag.de

 

Link zur Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/De Grünen (im pdf-Format)

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Autor

Stefan Thissen