Gesundheit / 27.04.2020

Weniger Sport, mehr Süßes: Verfetten die Deutschen in der Krise?

Manch einer macht aus der Corona-Not eine Tugend und entdeckt das Kochen neu. Steigt jetzt das Risiko von Übergewicht in der Gesellschaft?

Frau schneidet ein Stück Butter ab, daneben eine Rührschüssel mit weiteren Backzutaten.

Berlin (dpa). Drinbleiben, Kontakte beschränken, Homeoffice – die Maßnahmen gegen eine allzu schnelle Corona-Ausbreitung hinterlassen in der Bevölkerung bereits deutliche Spuren. 38 Prozent der Erwachsenen in Deutschland bewegen sich deswegen weniger, 19 Prozent haben infolge ihrer veränderten Gewohnheiten schon an Gewicht zugelegt. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Nur 12 Prozent der Befragten sind demnach mehr in Bewegung als zuvor, 8 Prozent haben wegen der Corona-Maßnahmen abgenommen.

Corona hat auch positive Folgen: Kochen neu entdeckt

Es gibt aber auch positive Folgen: Seit Corona gibt es in vielen Familien mehr Zeit für gesunde Mahlzeiten. Und so mancher entdeckt angesichts geschlossener Restaurants die eigene Küche neu. Brot wird selbst gebacken, Rezepte aus dem Internet haben Hochkonjunktur. In der Umfrage gaben auch nur 13 Prozent der Erwachsenen an, sich ungesünder zu ernähren. Im Gegenzug sagten 12 Prozent, im Zuge der Corona-Krise gesünder zu essen.

„Vielleicht entdeckt nun mancher den Hobbykoch in sich und probiert etwas aus“, sagte der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop kürzlich. Ein weiterer Aspekt sei, dass Phänomene wie der Low-Carb-Hype zurückgingen. „Diese ganzen Gesundheitsgurus und der Diätenquatsch – das ist ein reines Wohlstandsphänomen.“ In der Krise kauften die Bundesbürger Nudeln und Mehl.

Konsum von Süßwaren ist deutlich gestiegen

Dass mehr als sonst gegessen und genascht wird, etwa weil der Weg zum Kühlschrank im Homeoffice nicht weit ist, spielt zumindest nach Angaben der von YouGov Befragten kaum eine Rolle. Nur 15 Prozent gaben an, ihre Essensmenge sei gestiegen, 11 Prozent gingen sogar davon aus, im Zuge des Corona-Lockdowns insgesamt weniger zu essen.

Allerdings ist da womöglich ein bisschen Fehleinschätzung im Spiel: Nach Angaben des internationalen Süßwarenhandelsverbands ist der Verkauf von Süßwaren in der Corona-Krise gestiegen, im März sei ein zweistelliges Plus verzeichnet worden.

Autor

 Deutsche Presseagentur