Rente / 01.12.2017

„Wir rechnen mit schwarzer Null“

DRV Bayern Süd verabschiedet Haushalt 2018 mit Umfang von 13,65 Milliarden Euro. Einnahmen steigen um mehr als 750 Millionen Euro.

Landshut (drv/sth). Einen neuen Rekordhaushalt in Höhe von 13,65 Milliarden Euro hat am Donnerstag die Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd in Landshut verabschiedet. Der für Niederbayern, Oberbayern und die Oberpfalz mit insgesamt mehr als 2,7 Millionen Menschen zuständige Rentenversicherungsträger plant mit Mehreinnahmen gegenüber dem Vorjahr von 755 Millionen Euro.

Der bundesweite Trend gestiegener Löhne und Beschäftigungsverhältnisse sei auch in den Regionen erkennbar, sagte der Vorsitzende des "Parlaments der Beitragszahler", Hermann Brandl, der zugleich Geschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. (vbw), Bezirksgruppe Oberpfalz ist. "Die Wirtschaft brummt", erklärte Brandl. Auch deshalb habe sich die Rentenversicherung in den vergangenen sechs Jahren gut entwickelt. "Wir rechnen insgesamt mit einer schwarzen Null."

Günter Zellner, alternierender Vorsitzender der Vertreterversammlung und zugleich Geschäftsführer des DGB Bayern für die Region Oberbayern, hob vor allem hervor, dass man auch im kommenden Haushaltsjahr mit Verwaltungskosten von unter 1,6 Prozent der Gesamtausgaben rechne. Dies zeige deutlich, wie verantwortungsbewusst, wirtschaftlich und sparsam die Rentenversicherung mit den Beitragsgeldern umgehe. „Wir gehen gerade mit Blick auf viele private Versicherungsunternehmen und anderen öffentlichen Haushalten, mit gutem Beispiel voran", so Zellner.

Warnung vor Wahlgeschenken der Parteien

Brandl und Zellner warnten angesichts der bundespolitischen Entwicklung vor Wahlgeschenken der Parteien. „Der Sparstrumpf der Rentenversicherung darf nicht weiter strapaziert werden", zeigten sich der Versicherten- und der Arbeitgebervertreter einig. Zur Stabilisierung der Ausgaben könne eine mögliche Ausweitung der Mütterrente nur aus Steuermitteln finanziert werden. Sie bekräftigten zudem die Forderung der Vertreterversammlung, die Mindestnachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung von 0,2 auf 0,4 Monatsausgaben anzuheben. Nur so könne die unterjährige Liquidität der Rentenversicherung auch künftig ohne finanzielle Hilfen des Bundes gewährleistet werden.

Neu ernannt wurden von der Vertreterversammlung 87 Versichertenberater. Diese Rentenexperten helfen dabei, Leistungen der Rentenversicherung zu beantragen und das Versicherungskonto auf den neuesten Stand zu bringen – und das ganz praktisch auch durch Unterstützung beim Ausfüllen der Anträge und vor allem ganz ohne Kosten. Sie werden alle sechs Jahre ernannt. "Die Arbeit der Versichertenberater ist von unschätzbarem Wert. Sie unterstützen uns ein möglichst dichtes Netz an Auskunfts- und Beratungsmöglichkeiten anbieten zu können", so Zellner. So hätten gerade Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, die Möglichkeit einer persönlichen Beratung vor Ort.

Die Vertreterversammlung ist das höchste Organ des Regionalträgers, der als Körperschaft des öffentlichen Rechts nach dem Prinzip der Selbstverwaltung organisiert ist. Ihre ehrenamtlichen Mitglieder setzen sich aus Vertretern der Versicherten, Rentner und Arbeitgeber zusammen, die so über die Verwendung ihrer Beitragsgelder selbst mitbestimmen. 

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 Deutsche Rentenversicherung