Finanzen / 21.08.2020

Wirtschaft im Osten hinkt noch immer hinterher

Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall hat der Osten noch nicht die Wirtschaftskraft des Westens erreicht. Trotz einer beachtlichen Entwicklung.

Funken fliegen an einer Maschine zur Rasterung und Veredelung von Metall.

Berlin (dpa). Die Wirtschaftskraft in Ostdeutschland ist 30 Jahre nach der Wiedervereinigung noch immer deutlich schwächer als im Westen. „Auch 30 Jahre nach dem Fall der Mauer hat noch kein ostdeutsches Flächenland das Niveau des westdeutschen Landes mit der niedrigsten Wirtschaftskraft erreicht“, heißt es in einem Entwurf für den Bericht „Deutsche Einheit 2020“, der dem Nachrichtenportal „The Pioneer“ vorliegt. Über den Bericht soll das Kabinett am 16. September beraten.

Selbst unter Hinzurechnung der Wirtschaft Berlins und damit der Hauptstadtregion sei dies nicht der Fall. Laut Entwurf erreichte die durchschnittliche Wirtschaftskraft der neuen Bundesländer einschließlich Berlins gemessen am Bruttoinlandsprodukt je Einwohner 2019 ein Niveau von 79,1 Prozent des gesamtdeutschen Durchschnitts. Damit verkürzte sich der Rückstand um 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Der Abstand zum Westen wird stetig kleiner

Die Regierung betont in dem Entwurf jedoch auch, dass sich die Wirtschaftskraft je Einwohner im Osten seit der Wiedervereinigung mehr als verdreifacht hat, in den neuen Ländern ohne Berlin sogar vervierfacht. Dies sei „eine beachtliche Entwicklung“. Für eine Bewertung sei schließlich das niedrige Ausgangsniveau von 43 Prozent im Jahr 1990 relevant. Der Abstand werde stetig geringer, „wenn auch in kleinen Schritten“.

Autor

 Deutsche Presseagentur