Finanzen / 19.12.2018

Wirtschaftsinstitute senken Konjunkturprognose für 2019

Schlechtere Stimmung in der Wirtschaft wird von Bankökonomen vor allem auf äußere Einflüsse zurück geführt.

Kurve Kursverlauf mit Geld im Hintergrund. – Bild: shutterstock / Syda Productions

Essen/München (dpa/jru) In der deutschen Wirtschaft hat sich die Stimmung weiter verschlechtert. "In diesem Jahr fällt die Bescherung für die deutsche Wirtschaft mager aus", fasste Fuest die Umfrageergebnisse zusammen. Bankökonomen führten den erneuten Stimmungsdämpfer vor allem auf Einflüsse von außen zurück. Genannt wurden die zahlreichen politischen Risiken wie die Gefahr eines ungeordneten Brexit oder das schwache Wirtschaftswachstum Chinas.

Prognose: Dämpfender Einfluss wird 2019 allmählich schwinden

Wegen der Probleme in der Automobilindustrie habe sich die wirtschaftliche Dynamik im zweiten Halbjahr 2018 ausgesprochen schwach entwickelt, erläuterten die Forscher ihre Prognose. Dieser dämpfende Einfluss werde 2019 allmählich schwinden, die expansive Finanzpolitik Impulse geben. Von den Exporten sei dies hingegen weiterhin nicht zu erwarten.

Stützend wirkte dagegen die nach wie vor robuste Verfassung der Binnenwirtschaft. Deutschlands ING-Chefökonom Carsten Brzeski verwies auf den soliden Arbeitsmarkt, die steigenden Löhne und das anhaltend niedrige Zinsniveau. Dies spreche für einen weiterhin starken Verbrauch der privaten Haushalte. Zudem sollten die Ausfuhren vom schwachen Euro profitieren

Ifo-Geschäftsklimaindex fällt vierten Monat in Folge

Im Dezember fiel das Ifo-Geschäftsklima um einen Punkt auf 101,0 Zähler, wie das Forschungsinstitut am Dienstag in München mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen geringeren Rückgang auf 101,7 Punkte erwartet. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer ist damit den vierten Monat in Folge gesunken. Der negative Trend setzt sich also fort.

Die befragten Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen für das nächste halbe Jahr schlechter als im November. Nur im Bauhauptgewerbe blieb das Geschäft auf hohem Niveau. "Die Baufirmen schätzten ihre aktuelle Lage noch einmal etwas besser ein", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest die Daten. Die Erwartungen fielen aber leicht.

RWI senkt Konjunkturprognose für 2019 ebenfalls

Das Essener Wirtschaftsforschungsinstitut RWI hat seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr auf 1,4 Prozent gesenkt. Im September hatten die Wissenschaftler noch erwartet, dass die Wirtschaftsleistung 2019 um 1,7 Prozent zunehmen wird. Für 2020 schraubte das RWI seine Wachstumsprognose um 0,3 Prozentpunkte auf 1,6 Prozent zurück, wie das Institut am Dienstag mitteilte.

Auch DIW und IfW korrigieren Ihre Erwartungen für 2019 nach unten

Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hatten kürzlich ihre Erwartungen für kommende Jahr nach unten korrigiert. Das DIW erwartet für 2019 ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent, das IfW rechnet mit einem Plus von 1,8 Prozent.

Autor

 Deutsche Presseagentur