Rente / 08.11.2017

Wirtschaftsweise gegen höhere Mütterrente

Zeitung: Sachverständigenrat rät "dringend" von noch höherer Bewertung der Erziehung älterer Kinder für die Rente ab.

Berlin (sth). Die fünf Wirtschaftsweisen wenden sich nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch) gegen die von der CSU geforderte weitere Erhöhung der Mütterrente. Unter Berufung auf das neue Jahresgutachten der Ökonomen, das heute an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übergeben wurde, heißt es, der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rate "dringend" von einer solchen Erhöhung ab. In dem Gutachten heißt es demnach: "Einer drohenden Altersarmut lässt sich damit nicht adäquat begegnen." 

Gegen einen weiteren Ausbau der Mütterrente spreche auch, dass sie "keinerlei Beitrag" für die demografische Entwicklung leiste, "insbesondere sind keine Auswirkungen auf die Fertilitätsraten zu erwarten", heißt es in dem über 450 Seiten starken Gutachten. Vor allem aber "würde eine Erhöhung der Mütterrente wesentliche Probleme der Alterssicherung verschärfen", weil sie die sogenannte Tragfähigkeitslücke der öffentlichen Finanzen "vergrößern würde". Die Tragfähigkeitslücke soll langfristige Risiken für die Staatskassen in Folge der demografischen Entwicklung aufzeigen – also aus der zunehmenden Alterung der Gesellschaft, steigenden Gesundheits-, Pflege- und Rentenkosten bei gleichzeitig sinkender Zahl der Einwohner und Beitragszahler. Es geht demnach um die Gesamtschulden, die die jetzige Generation der kommenden überlässt. 

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Autor

Stefan Thissen