Soziales / 27.09.2021

Wirtschaftsweiser: Mindestlohn schrittweise auf 12 Euro anheben

Der Wirtschaftsexperte Achim Truger empfiehlt eine stufenweise Anhebung des Mindestlohns. Aus seiner Sicht wäre das problemlos möglich.

Ein Kugelschreiber und ein Stapel Münzen liegen auf einem Dokument.

Berlin (dpa). Der „Wirtschaftsweise“ Achim Truger befürwortet eine schrittweise Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro bis Anfang 2023. Ein solches Vorgehen lasse sich „sozialpolitisch gut begründen“ und würde „zu unmittelbaren Verbesserungen für zehn Millionen Menschen führen“, sagte Truger dem „Münchner Merkur“ (Online).

Laut Gesetzgeber solle der Mindestlohn „ein armutsfestes, existenzsicherndes Lohnniveau“ gewährleisten. „Davon wären selbst 12 Euro noch ein ganzes Stück entfernt“, sagte das Mitglied des fünfköpfigen Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Der Sachverständigenrat berät die Politik. Die Experten werden umgangssprachlich auch als die „Wirtschaftsweisen“ bezeichnet.

Keine Probleme bei schrittweiser Anhebung des Mindestlohns

Truger wies Kritik zurück, eine Anhebung auf 12 Euro könne Jobs kosten. Zwar gebe es hier „kein sicheres Wissen“. Doch könne man den Mindestlohn wohl „ohne nennenswerte Probleme auf 60 Prozent des mittleren Stundenlohns anheben“. Dies entspräche aktuell „etwa 12 Euro“. Eine vorsichtige Anhebung, etwa in drei Schritten, sei aber empfehlenswert. Bei Problemen könne man „dann immer noch reagieren“, sagte Truger.

Autor

 Deutsche Presseagentur