Rente / 15.11.2021

Witwenrenten enden fast fünf Jahre später als vor 25 Jahren

Im vergangenen Jahr fielen Renten an die Frauen verstorbener Versicherter im Schnitt mit 86 Jahren weg – 1995 bereits mit 81,5 Jahren.

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Bad Homburg (sth). Die steigende allgemeine Lebenserwartung führt zu einem deutlich späteren Wegfall der Zahlung von Hinterbliebenenrenten. Nach neuen Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV), die ihre-vorsorge.de vorliegen, wurden Witwenrenten im vergangenen Jahr im Durchschnitt bis zu einem Alter von 86,1 Jahren gezahlt. Das war 4,6 Jahre länger als im Jahr 1995. Damals fielen Witwenrenten im Schnitt mit 81,5 Jahren weg. Fast 97 Prozent der Witwenrenten wurden den DRV-Daten zufolge wegen des Todes der Hinterbliebenen nicht länger gezahlt, etwa ein Prozent wegen einer erneuten Eheschließung. In letzterem Fall haben die Betroffenen Anspruch auf die Zahlung einer Rentenabfindung

Je nach Alter, das die Empfängerinnen einer Witwenrente erreichten, bezogen sie die Rente vor ihrem Tod oft jahrzehntelang. Frauen über 90 Jahre konnten im vergangenen Jahr – einschließlich der eventuell vorher an ihren Mann gezahlten Alters- oder Erwerbsminderungsrente – im Schnitt 35 bis 40 Jahre lang auf die monatliche Zahlung einer Rente vertrauen; Männer in der gleichen Altersgruppe hatten vor ihrem Tod im Durchschnitt etwa 30 bis 33 Jahre lang Witwerrente kassiert.

Witwerrenten wurden 2020 durchschnittlich bis zu einem Alter von 83,1 Jahre gezahlt – neun Jahre länger als vor 25 Jahren. Bemerkenswert: Renten an hinterbliebene Männer fielen „nur“ zu 91 Prozent wegen des Todes der Rentenempfänger weg; mehr als fünf Prozent der Witwer mit Anspruch auf eine Rente wegen Todes heirateten dagegen erneut.   

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Autor

Stefan Thissen