Gesundheit / 25.09.2018

Wo gibt es die meisten Pflegefälle?

Zahl der Pflegebedürftigen könnt bis 2035 auf vier Millionen steigen – Studie ermittelt regionale Unterschiede

Bad Homburg (kjs/IW). Bis zum Jahr 2035 könnten bereits vier Millionen Menschen in Deutschland auf Pflege angewiesen sein. Das ist das Ergebnis einer Simulationsrechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Bundesweit waren 2015 rund drei Millionen Menschen pflegebedürftig, rund 50 Prozent mehr als im Jahr 1999.

Schon heute gibt es regionale Unterschiede: Vor allem in Ostdeutschland ist der Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich hoch. In Mecklenburg-Vorpommern sind es 5,1 Prozent und in Brandenburg 4,8 Prozent. In Bayern beträgt der Anteil 2,9 Prozent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 3,7 Prozent.

Mehr Pflegebedürftige in Ostdeutschland

Die IW-Simulation zeigt, dass bundesweit die Zahl der Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren stark steigen wird. Insgesamt geht das IW für das Jahr 2035 von rund vier Millionen Pflegebedürftige aus. Mecklenburg-Vorpommern wird nach dieser Prognose dann 7,3 Prozent und Bayern 3,9 Prozent Pflegebedürfte zählen. Berlin liegt mit 3,5 Prozent am unteren Ende der Skala.

Um die Pflege dieser Menschen auch in Zukunft gewährleisten zu können, müsse die Zahl der Pflegefachkräfte deutschlandweit stark ansteigen – bis 2035 auf rund eine halbe Millionen Fachkräfte, heißt es im Bericht des IW. Das ist ein Anstieg von gut 44 Prozent im Vergleich zu heute. Zurzeit werden schon Altenpfleger dringend gesucht. Im Jahr 2017 kamen auf 100 offene Stellen gerade einmal 22 arbeitslose Pfleger. Um einen Kollaps zu verhindern, müssen nach Ansicht des IW Bund und Länder die Rahmenbedingungen für eine ausreichende Versorgung schaffen und den Pflegeberuf attraktiver machen und Bürokratiehürden abbauen.

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Autor

Karl-Josef Steden