Rente / 29.10.2021

Wohlfahrtsverband warnt vor „Zocken mit Renten“

Ulrich Schneider vom Paritätischen Gesamtverband: „Wir wissen ja, wie das funktioniert: Man fängt konservativ an, und dann braucht man Geld.“

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Osnabrück (ots). In der Rentenpolitik wächst die Kritik an den Plänen der angehenden Ampel-Koalition. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ): „Ich glaube, dass sich Renten allgemein nicht zum Zocken anbieten.“ Er kritisierte damit das Vorhaben, die gesetzlichen Renten künftig teilweise aus einem Kapitalstock zu finanzieren.

Schneider betonte: „Selbst wenn man das Kapital sehr konservativ anlegt, gibt es erhebliche Risiken. Wir wissen ja, wie das funktioniert: Man fängt konservativ an, und dann braucht man Geld, und dann wird überlegt, ob man die Anlagerichtlinien nicht doch lockern sollte. Deshalb kann man vor Aktienrenten erst einmal nur warnen.“ Laut dem Sondierungspapier von SPD, Grünen und FDP soll die Deutsche Rentenversicherung im Jahr 2022 in einem ersten Schritt aus Haushaltsmitteln einen Kapitalstock von 10 Milliarden Euro bekommen. Die drei Parteien wollen es der Rentenversicherung außerdem ermöglichen, „ihre Reserven am Kapitalmarkt reguliert anzulegen“.

Nach den Worten von Schneider steht die künftige Koalition bei der Rente vor einer Richtungsentscheidung: „Wollen wir Alterssicherung mehr und mehr privatisieren, so wie man es mit der krachend gescheiterten Riester-Rente versucht hat? Oder aber stärken wir die gesetzliche Rentenversicherung?“ Er kritisierte, wenn man sich das Sondierungspapier anschaue, wollten SPD, Grüne und FDP sich vor einer klaren Entscheidung drücken. Einerseits solle das Rentenniveau bei 48 Prozent stabilisiert werden. Andererseits werde über einen Ersatz für Riester-Produkte nachgedacht und solle ein Kapitalstock gebildet werden. „Eine Linie lässt sich da nicht erkennen. Von allem ein bisschen ist keine ausgereifte Rentenstrategie, sondern ein ungesunder Kompromiss.“

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Presseportal (ots)