Finanzen / 28.07.2021

Wohnen: Wann die Inflation die Miete verteuert

Indexmieten sind an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten gekoppelt. Vermieter und Mieter müssen deshalb jetzt aufpassen.

Wohnen: Wann die Inflation die Miete verteuert. – Hand mit Stift zeigt auf Finanzchart mit Inflationsentwicklung und ansteigenden Münzstapeln.

München (). In Deutschland zu leben, ist deutlich teurer geworden. Im Juni haben sich die Lebenshaltungskosten um 2,3 Prozent erhöht. Im Mai betrug das Plus im Jahresvergleich sogar 2,5 Prozent, das war der höchste Stand seit knapp zehn Jahren. Deshalb könnten nun auch die Mieten bei sogenannten Index-Mietverträgen steigen.

Bei diesen Verträgen ist die Kaltmiete an den Verbraucherpreisindex gekoppelt. Dieser wird vom Statistischen Bundesamt monatlich an Hand eines Warenkorbs ermittelt, in dem hunderte Waren und Dienstleistungen wie Sprit, Nahrungsmittel, Schuhe oder die Ausgaben für Freizeit, Bildung oder Gesundheit enthalten sind. Steigen die täglichen Lebenshaltungskosten und damit die Inflation, steigt auch die Grundlage für die Berechnung der Indexmiete. Davon zu unterscheiden sind Staffelmietverträge. Bei diesen wird vereinbart, dass die Miete zum Beispiel alle drei Jahre um 40 Euro steigt. Anders sieht es bei Index-Mietverträgen aus. Hier sind nach Angaben des Eigentümerverbands Haus & Grund und des Deutschen Mieterbunds diese Punkte zu beachten:

  • Vermieter müssen bei Erhöhungen den offiziellen Preisindex des Statistischen Bundesamts berücksichtigen. Auf die ortsübliche Vergleichsmiete dürfen sie sich nicht berufen.
  • Die letzte Mieterhöhung muss mindestens ein Jahr zurückliegen.
  • Vermieter müssen die Erhöhung schriftlich dem Mieter mitteilen.
  • Basis für die Mieterhöhung kann der Verbraucherpreisindex im Monat der letzten Mieterhöhung sein – oder der zu Beginn des Mietverhältnisses oder der zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Mietvertrags, sofern die Miete bisher nicht erhöht wurde.
  • Dieser Wert wird verglichen mit dem aktuellen Verbraucherpreisindex. Die Veränderung in Prozent zeigt den Prozentsatz, um den die Kaltmiete erhöht werden darf. Möglich ist es dabei auch, die erste Mieterhöhung zum Beispiel erst nach fünf Jahren anzukündigen und dann den Anstieg der Preise über die fünf Jahre hinweg für die zukünftige Miete zu berücksichtigen.
  • Laut Haus & Grund können Vermieter auch vereinbaren, dass sie die Miete mit jeder Veränderung des Preisindex – unter Beachtung der Jahresfrist – erhöhen dürfen. Alternativ kann auch eine Untergrenze für die Mieterhöhung vereinbart werden, um minimale Mieterhöhungen auszuschließen.

Das Statistische Bundesamt hat auf seiner Homepage einen Rechner zur Verfügung gestellt, mit dem sich die Veränderungen des Verbraucherpreisindex leicht nachvollziehen und korrekte Mieterhöhungen schnell ausrechnen lassen.

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Autor

Thomas Öchsner