Gesundheit / 11.04.2018

Zahl der angestellten Ärzte steigt

Bundesärztekammer stellt Statistik vor: Auf 240 Einwohner kommt ein Arzt.

Bad Homburg (kjs). Im Jahr 2017 gab es mehr Ärzte als im Vorjahr. Das geht aus aktuellen Zahlen der Bundesärztekammer (BÄK) geht hervor. Demnach waren 2017 im Bundesgebiet 385.149 Ärztinnen und Ärzte ärztlich tätig. Dies ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 6.542 Ärzten.

Steigende Zahl von angestellten Ärzten

Nach der Statistik der Bundesärztekammer stieg die Zahl der Krankenhausärzte auf 198.500 (plus 2,1 Prozent).

Bei der Zahl der niedergelassenen Ärzte ist ein Rückgang um 1.285 auf 118.356 (minus 1,1 Prozent) zu verzeichnen. Der Rückgang bezieht sich allerdings nur auf die Zahl der Praxisinhaber. Rechnet man die dort angestellten Ärzte hinzu, sind auch im niedergelassenen Bereich mehr Ärzte tätig als vor einem Jahr: Rund 154.400 gegenüber rund 152.000 Ende 2016.

Die Zahl angestellter Mediziner ist binnen Jahresfrist um rund 3.700 auf 36.000 gestiegen. Vor zehn Jahren gab es lediglich knapp 12.600 angestellte Mediziner in der ambulanten Versorgung.

Einwohner je Arzt

Die Arztdichte in Deutschland (bei 385.149 berufstätigen Ärzten) bezogen auf rund 82,5 Millionen Einwohner betrug am 31.12.2017 im Durchschnitt 241,3 Einwohner pro Arzt.

Abgesehen von den Stadtstaaten und Saarland hat Brandenburg mit 251 Einwohnern je Arzt die meisten und Bayern mit 205 Einwohnern die geringsten Quote zu versorgen. Vergleicht man diese Kennzahlen mit früheren Jahren, so zeigt sich folgendes Bild:

Jahr Einwohner je Arzt
1960 786,3
1990 335,4
2000 279,2
2010 245,1
2017 241,3

Demografischer Wandel

Nach der Ärztestatistik ist der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl der berufstätigen Ärzteschaft im vergangenen Jahr weiter angestiegen und hat jetzt 46,8 Prozent (2016: 46,5 Prozent) erreicht.

Deutlich wird, dass der demografische Wandel auch die Ärzteschaft betrifft. So hat sich die Verteilung der berufstätigen Ärzte auf die Altersgruppen weiter zu den höheren Altersjahren verschoben.

Der Anteil der unter 35-jährigen Ärzte ist auf 18,9 Prozent (plus 0,1 Prozentpunkte) gestiegen, gleichzeitig ist der Anteil der über 59-Jährigen auf 18,4 Prozent angewachsen (plus 0,5 Prozentpunkte).

Das Durchschnittsalter der Krankenhausärzte stieg auf 41,7 Jahre (plus 0,1 Jahre).

Zu- und Abwanderung

Nach der Ärztestatistik haben im vergangenen Jahr 1.965 Ärzte Deutschland verlassen. Die beliebtesten Auswanderungsländer sind – wie in den vergangenen Jahren – die Schweiz (641), Österreich (268) und die USA (84).

Für Entlastung sorgt die weiterhin recht hohe Zuwanderung aus dem Ausland. Der Ärztestatistik zufolge ist die Zahl der in Deutschland gemeldeten Ärzte aus EU-Ländern und aus sogenannten Drittländern im Jahre 2017 um 4.088 auf 50.809 gestiegen.

Autor

Karl-Josef Steden