Soziales / 09.09.2020

Zahl der Arbeitsstunden auf historischem Tief

Kurzarbeit, Abbau von Überstunden und Freistellungen: Die Corona-Krise hat die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden auf ein Rekordtief sinken lassen.

Automobilproduktion am Fließband in Werkshalle mit Karosserien.

Nürnberg (dpa). In Deutschland wurden seit der Wiedervereinigung in einem Quartal noch nie so wenige Arbeitsstunden geleistet wie im zweiten Vierteljahr 2020. Das ermittelte das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

„Die Arbeitszeit ist vor allem durch Kurzarbeit, Abbau der Zeitguthaben auf den Arbeitszeitkonten, Freistellungen und weniger Überstunden gesunken“, sagte der Leiter des Forschungsbereiches Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen beim IAB, Enzo Weber. „Der Rückgang bei der Zahl der Erwerbstätigen blieb in Anbetracht des immensen wirtschaftlichen Schocks dagegen begrenzt“, sagte er.

Arbeitsvolumen um zehn Prozent gesunken

Das Arbeitsvolumen sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um zehn Prozent auf 13,3 Milliarden Stunden gesunken. Gegenüber dem ersten Quartal 2020 bedeute das einen saison- und kalenderbereinigten Rückgang um 8,0 Prozent. Die Arbeitszeit pro Erwerbstätigen habe im zweiten Quartal 297,3 Stunden betragen und damit um 8,8 Prozent unter dem Wert des ersten Quartals gelegen.

Die Zahl der Kurzarbeiter habe im zweiten Quartal nach ersten Hochrechnungen bei rund 5,5 Millionen und damit auf einem historischen Höchststand gelegen. Der Arbeitsausfall pro Kurzarbeiter habe im Schnitt bei 45 Prozent gelegen.

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 Deutsche Presseagentur