Soziales / 16.12.2020

Zahl der Pflegebedürftigen stark gestiegen

Seit der Erweiterung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs 2017 gelten viel mehr Menschen als pflegebedürftig. Insgesamt sind es über 4 Millionen.

Zahl der Pflegebedürftigen gestiegen: Alte Frau liegt im Bett und lächelt eine weibliche Pflegeperson an.

Wiesbaden (dpa). 4,13 Millionen Menschen in Deutschland waren Ende vergangenen Jahres pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes. 80 Prozent von ihnen wurden von zu Hause versorgt und 20 Prozent in Heimen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Vier von fünf Pflegebedürftigen waren demnach 65 Jahre und älter, mehr als ein Drittel war mindestens 85 Jahre alt. Der Anteil der Frauen lag insgesamt bei 62 Prozent.

Von den 3,31 Millionen Pflegebedürftigen, die zu Hause lebten, wurden laut den Angaben 2,33 Millionen überwiegend durch Angehörige gepflegt. Um die 980.000 wurden gemeinsam mit oder vollständig durch ambulante Pflege- und Betreuungsdienste versorgt.

Geänderte Definition des Begriffs der Pflegebedürftigkeit

Die Zahl aller Pflegebedürftigen hat innerhalb von zwei Jahren enorm zugenommen. So wurde von Ende 2017 (3,41 Millionen) bis Ende 2019 ein Zuwachs von 21 Prozent verzeichnet. Den Anstieg erklären die Statistiker zum großen Teil mit der Einführung eines neuen, weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriffs im Jahr 2017. „Seither werden mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft als zuvor“, hieß es. Während die Zahl der im Heimen versorgten Menschen konstant geblieben ist, stieg die Zahl der Menschen, die zu Hause gepflegt worden sind um 27 Prozent.

Autor

 Deutsche Presseagentur