Rente / 22.05.2018

Zahl der Rentenanträge auf hohem Niveau

DRV Westfalen verzeichnet auch hohe Nachfrage nach Reha-Leistungen – vor allem wegen Krebserkrankungen und zur Berufsförderung.

Norderney (drv). Die Anzahl der Rentenanträge, die bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Westfalen gestellt wurden, verblieb auch im Jahr 2017 mit 88.642 Anträgen auf einem hohen Niveau. Dies berichtete der Erste Direktor des regionalen Rentenversicherungsträgers, Thomas Keck, Ende vergangener Woche vor der Vertreterversammlung der DRV Westfalen in der Klinik Norderney, eine der fünf eigenen Reha-Kliniken der DRV Westfalen. Die Vertreterversammlung ist das Parlament des Rentenversicherungsträgers und besteht aus je 15 Vertretern der Versicherten und der Arbeitgeber.

Zwar gingen die Antragszahlen im Jahresvergleich minimal um 0,6 Prozent zurück. Dieser Rückgang betraf jedoch nicht die Altersrenten, sondern die Erwerbsminderungs- sowie die Hinterbliebenenrenten, wie Keck darlegte. Ein hohes Niveau verzeichnet die DRV Westfalen zudem in der Nachfrage nach Rehabilitation. So erhöhte sich die Gesamtzahl an Anträgen auf Leistungen zur Rehabilitation 2017 um 1,3 Prozent auf 132.101 Anträge. „Die Zunahme ist im Wesentlichen auf die gestiegenen Antragszahlen bei den Leistungen zur medizinischen Rehabilitation wegen onkologischen Erkrankungen und den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zurückzuführen", erläuterte der Erste Direktor.

Auskunft und Beratung immens wichtig

Ein immer wichtigeres und intensives Arbeitsfeld der DRV Westfalen ist nach Angaben von Thomas Keck der Bereich von Auskunft und Beratung für die Versicherten. "Das Angebot einer persönlichen Beratung haben im vergangenen Jahr 210.216 Kunden genutzt. Darüber hinaus erhielten 37.663 Kunden eine telefonische Beratung. In 5.608 Fällen erfolgte die Beratung schriftlich bzw. per E-Mail“, listete Keck auf. Einen besonderen Stellenwert nahmen 2017 die „Abschlagsfreie Rente mit 63“, Fragen im Zusammenhang mit der sogenannten Flexirente, die Zahlungen zum Ausgleich einer Rentenminderung und die Zahlung freiwilliger Beiträge ein.

Als prominenter Gastredner skizzierte der Präsident des Bundessozialgerichts, Prof. Dr. Rainer Schlegel, die Konsequenzen für das Sozialrecht durch die Veränderungen in der Arbeitswelt durch die fortschreitende Digitalisierung und andere Arbeits- und Erwerbsformen. Unter dem Stichwort "Sozialrecht 4.0" beleuchtete er den möglichen Wandel von der Arbeitnehmer- zur Erwerbstätigenversicherung. Eine Abgrenzung zwischen abhängiger Beschäftigung und selbständiger Tätigkeit werde seit etwa den 1990er- Jahren in einigen Bereichen zunehmend schwieriger. Das Abgrenzungserfordernis bleibe aber bestehen, so Schlegel. In seinem Vortrag ging er detailliert auf die damit verbundenen Herausforderungen für Prüfung und Entscheidungsfindung in der Sozialgerichtsbarkeit ein.

Mehr zum Thema:

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Link zum Bericht der Geschäftsführung bei der Vertreterversammlung der DRV Westfalen am 18. Mai 2018

Autor

 Deutsche Rentenversicherung