Rente / 04.05.2018

Zeitungszusteller: Entscheidung offen

Bundesregierung hat sich noch nicht festgelegt, wie sie künftig mit den Rentenbeiträgen für Minijobber von Zeitungsverlagen umgehen will.

Berlin/Bad Homburg (sth). Die Höhe der Rentenbeiträge, die Zeitungsverlage ihren als Minijobber beschäftigten Austrägern künftig zahlen müssen, bleibt vorerst offen. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion vor. Demnach ist "noch keine Entscheidung gefallen", wie die meist in den frühen Morgenstunden tätigen Zeitungszusteller künftig für die Rente gestellt werden sollen (siehe auch Link unten).

Im Koalitionsvertrag hatten sich Union und SPD völlig überraschend darauf verständigt, dass der Rentenbeitrag, den Zeitungsverlage für ihre im Minijob tätigen Zeitungsausträger zahlen, künftig von 15 auf 5 Prozent des Lohns reduziert werden soll. Damit würden die ohnehin geringen Rentenansprüche der Betroffenen aus ihrem Job deutlich abgesenkt. Zudem müssten Zeitungszusteller, die in ihrem Minijob rentenversicherungspflichtig werden wollen, einen deutlich höheren Eigenbeitrag leisten (13,6 statt bisher 3,6 Prozent).

Viele Beobachter vermuten, dass die geplante Neuregelung die Zeitungsverlage entlasten soll. Diese beklagen seit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns deutlich höhere Kosten für die Zeitungszustellung. 

Mehr zum Thema:

http://dip21.bundestag.de

Link zur Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der AfD-Fraktion zu den Auswirkungen des Koalitionsvertrags auf die Rentenansprüche von Zeitungszustellern (im pdf-Format) 

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Autor

Stefan Thissen