Rente / 25.01.2018

Zuwanderung im Experten-Fokus

Wissenschaftler und Altersvorsorgeexperten nehmen die Bedeutung von Migranten und Mobilität für das deutsche Sozialschutzsystem in den Blick.

Berlin (sth). Immer mehr Zuwanderer strömen nach Deutschland, um hier zu arbeiten – und Ansprüche für ihre spätere Rente und Altersvorsorge zu erwerben. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamts lebten Ende 2016 bereits 9,2 Millionen ausländische Bürgerinnen und Bürger in Deutschland,  6,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit erhöhte sich der Anteil der Zuwanderer an der Bevölkerung von 10,5 Prozent im Jahr 2015 binnen Jahresfrist auf 11,2 Prozent.

Auch für die Finanzierung und Stabilisierung des deutschen Rentensystems werden die Zuwanderer aus aller Welt zunehmend wichtiger. Laut den jüngsten verfügbaren Daten der Deutschen Rentenversicherung waren Ende 2015 knapp 4,9 Millionen Menschen mit ausländischem Pass "aktiv versichert", d.h. sie und ihre Arbeitgeber zahlten Rentenbeiträge für eine versicherungspflichtige Beschäftigung oder sie bekamen Rentenbeiträge gezahlt, zum Beispiel für Zeiten der Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen. Etwa 90 Prozent der Betroffenen, zu denen auch befristet Arbeitslose zählen, waren pflichtversichert.

Anhaltender Aufwärtstrend beschäftigt Wissenschaftler

Der seit Beginn des Jahrzehnts starke Aufwärtstrend bei den Zuwandererzahlen, aber auch die zunehmende internationale Mobilität beschäftigen inzwischen immer mehr Wissenschaftler und Experten der sozialen Sicherungssysteme – allen voran die Rentenversicherung. Denn die Menschen mit ausländischer Herkunft stützen nicht nur die deutsche Volkswirtschaft, sie erwerben während ihres Aufenthalts hierzulande vielfach auch Renten- und weitere Altersvorsorgeansprüche. Mit dem Thema "Migration und Mobilität als Herausforderungen für soziale Sicherung in Alterssicherung" greift das Forschungsnetzwerk Alterssicherung (FNA) bei der Deutschen Rentenversicherung deshalb bei seiner Jahrestagung an diesem Donnerstag und Freitag ein zentrales Zukunftsthema auf. 

Die Praktiker im mehr als 100-köpfigen Auditorium aus Wissenschaftlern und Rentenexperten dürften vor allem die Vorträge des Sozialökonomen Martin Werding und des Experten für betriebliche Altersversorgung, Klaus Stiefermann, mit Spannung erwarten. Während Werding die Bedeutung der "Migration für die Systeme der Alterssicherung" genauer in den Blick nimmt, wird sich Stiefermann, Chef-Lobbyist der deutschen Betriebsrenten-Szene, den Auswirkungen der zunehmenden Mobilität von Arbeitnehmern auf ihre Anwartschaften auf betriebliche Altersvorsorge widmen. Auch der Vortrag von Konrad Haker aus dem Bundessozialministerium über die Perspektiven der seit Langem erwarteten gemeinsamen Information von Rentenversicherung und Finanzdienstleistern über Altersvorsorgeansprüche dürfte großes Interesse finden.  

Mehr zum Thema:

www.fna-rv.de

Link zum Programm der FNA-Jahrestagung 2018

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Autor

Stefan Thissen