Soziales / 10.10.2018

Zwei Arbeitslose pro offener Stelle

Die Arbeitslosenzahl pro offener Stelle hat seit 1992 ein Rekordtief erreicht, zeigt eine Studie des IAB.

Nürnberg (dpa). Unternehmen in Deutschland haben einer Erhebung zufolge immer häufiger Probleme damit, Stellen zu besetzen. Statistisch entfielen 2017 zwei Arbeitslose auf jede zu besetzende Stelle, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), der Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA), hervorgeht. Diese sogenannte Arbeitslosen-Stellen-Relation lag somit im vergangenen Jahr auf dem niedrigsten Stand seit 1992.

Suche nach geeignetem Personal ist das größte Problem

Der Anteil der Stellen, bei denen die Besetzung schwierig war, betrug 2017 den Angaben nach knapp 43 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 waren es rund zwölf Prozent. Grund für die zunehmende Arbeitsmarktanspannung sei die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland, so die Studien-Autoren. 3,65 Millionen sozialversicherungspflichtige Neueinstellungen wurden im vergangenen Jahr gezählt.

Die Zahl der offenen Stellen liegt aktuell mit 1,2 Millionen auf dem höchsten Stand seit 25 Jahren. Damit drängt die Personalknappheit laut der IAB-Stellenerhebung geringe Auftrags- und Umsatzlagen weiter in den Hintergrund.

Seit 2015 geben die Betriebe bei der jährlich stattfindenden repräsentativen Befragung die Suche nach geeignetem Personal als größtes Problem an.

Um ihre Stellen zu besetzen, müssen Arbeitgeber seit einiger Zeit immer häufiger Lohnzugeständnisse machen. Im vergangenen Jahr war das bei 16 Prozent der Einstellungen der Fall. 2004 lag der Anteil noch bei 6 Prozent.

Autor

 Deutsche Presseagentur