Altersrenten

Bei den Altersrenten gilt: Je nach Lebensweg gibt es verschiedene Übergänge in den Ruhestand – mit verschiedenen Voraussetzungen und Abschlägen.

Älteres Paar beim Zeitunglesen auf einer Parkbank. – Bildnachweis: gettyimages.de © Oliver Rossi

Die Regelaltersrente

Die wichtigsten Voraussetzungen für eine Regelaltersrente sind:

  • Wer eine Regelaltersrente bekommen will, musste die persönliche Regelaltersgrenze erreicht haben und die allgemeine Wartezeit (Versicherungszeit) von fünf Jahren erfüllen.
  • Die Bezieher der Regelaltersrente können – anders als die Bezieher einer anderen Altersrente – bereits ab Rentenbeginn nebenher so viel verdienen wie sie möchten.
  • Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und noch keine Rente beantragt, erhöht seinen Rentenanspruch um 0,5 Prozent pro Monat – bei einem um ein Jahr hinausgezögerten Rentenbeginn also um sechs Prozent. Dazu kommt eine weitere Rentenerhöhung durch die in dieser Zeit gezahlten weiteren Beiträge.

Seit 2012 wird das Eintrittsalter für die Regelaltersrente schrittweise heraufgesetzt. Für den Geburtsjahrgang 1952 liegt die Altersgrenze bei 65 Jahren und sechs Monaten, für jeden weiteren Jahrgang bis zum Geburtsjahr 1958 kommt ein Monat dazu. Für spätere Jahrgänge steigt das Renteneintrittsalter um jeweils zwei Monate. Ab Jahrgang 1964 gilt die Altersgrenze von 67 Jahren.

Tabelle zur Anhebung der Regelaltersgrenze
Geburtsjahr Anhebung um Monate auf Jahr und Monat
1952 6 65 6
1953 7 65 7
1954 8 65 8
1955 9 65 9
1956 10 65 10
1957 11 65 11
1958 12 66 0
1959 14 66 2
1960 16 66 4
1961 18 66 6
1962 20 66 8
1963 22 66 10
ab 1964 24 67 0

Quelle: Deutsche Rentenversicherung


Tipp: Wann Sie Ihre Regelaltersgrenze erreicht haben, können Sie mit unserem Rentenbeginnrechner ermitteln.

Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte gibt es seit 2012. Die wichtigsten Voraussetzungen sind:

  • Für den Jahrgang 1954 mindestens Vollendung des 63. Lebensjahres und vier Monate,
  • mindestens 45 Jahre mit Pflichtbeitrags- oder Berücksichtigungszeiten.

Zu den erforderlichen Versicherungszeiten zählen neben Pflichtbeitragszeiten aus einer versicherten Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit auch Zeiten der Kindererziehung (bis zum vollendeten 10. Lebensjahr des jüngsten Kindes), der nicht erwerbsmäßigen Pflege, des Krankengeldbezugs sowie des Wehr- oder Zivildienstes. Seit dem 01.07.2014 werden darüber hinaus auch Zeiten der Arbeitslosigkeit (ohne Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld II) oder mit freiwilligen Beiträgen belegte Zeiten für die 45 Jahre berücksichtigt (aber nur, wenn auch mindestens 18 Jahre mit Pflichtbeitragszeiten vorhanden sind).
Zeiten aus Minijobs ohne eigene Beitragsaufstockung werden nur anteilig berücksichtigt. Nicht berücksichtigt werden Zeiten aus einem Versorgungsausgleich sowie aus einem Rentensplitting unter Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern.

Altersrente für langjährig Versicherte

Die wichtigsten Voraussetzungen für eine Altersrente für langjährig Versicherte sind:

  • mindestens Vollendung des 63. Lebensjahres,
  • Wartezeit (Versicherungszeiten) von 35 Jahren,
  • Einhaltung bestimmter Hinzuverdienstgrenzen vor Vollendung des 65. Lebensjahres.

Die Altersgrenze für diese Rente wurde in den Jahren 2000 und 2001 schrittweise auf 65 Jahre angehoben. Ein Rentenbeginn mit 63 ist aber - mit Abschlägen – nach wie vor möglich. Ab Erreichen der Regelaltersgrenze – ab 2012 schrittweise auf 67 Jahre steigend – können auch Bezieher dieser Altersrente nebenher so viel verdienen wie sie möchten.

Mit dem Gesetz zur „Rente mit 67“ wurde die Altersgrenze für die Regelaltersrente schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Die Altersrente für langjährig Versicherte kann dadurch zwar weiterhin ab Vollendung des 63. Lebensjahres in Anspruch genommen werden – allerdings nur mit einem höheren Rentenabschlag. Dieser richtet sich im Einzelfall nach dem jeweiligen Geburtsjahrgang. Der Rentenabschlag steigt dadurch im Einzelfall auf bis zu 14,4 Prozent.

Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Die wichtigsten Voraussetzungen für eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen sind:

  • mindestens Vollendung von 66 Jahren und 10 Monaten für Jahrgang 1956,
  • Anerkennung als schwerbehindert bei Beginn der Rente oder
  • Erfüllung einer Wartezeit von 35 Jahren.

Die Altersgrenze für diese Rente wurde in den Jahren 2001 bis 2003 schrittweise auf 63 Jahre angehoben. Ein Rentenbeginn mit 60 ist aber – mit Abschlägen – nach wie vor möglich.

Mit dem Gesetz zur „Rente mit 67“ wurde die Altersgrenze für die Regelaltersrente schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Für schwerbehinderte Versicherte, die nach 1951 geboren sind, steigt die Altersgrenze für einen abschlagsfreien Rentenbeginn ebenfalls schrittweise auf 65 Jahre. Zugleich steigt das Mindestalter für diese Altersrente in Stufen auf 62 Jahre. Der Rentenabschlag bei vorzeitigem Bezug dieser Altersrente beträgt wie bisher maximal 10,8 Prozent.

Rentenabschläge

Wer vor dem Erreichen der individuellen Altersgrenze in Rente gehen will, muss mit Abschlägen bei der Rentenhöhe rechnen. Für jeden Monat unterhalb der Altersgrenze werden 0,3 Prozent abgezogen, das sind 3,6 Prozent weniger Rente pro Jahr. Die Regelaltersgrenze steigt seit 2012 schrittweise von 65 auf 67 Jahre.

Abschläge gibt es nicht nur für Altersrenten: Bei Erwerbsminderungsrenten und Witwen-/Witwerrenten, die vor der individuell geltenden Altersgrenze in Anspruch genommen werden, werden ebenfalls Abschläge erhoben. Seit 2012 wird die Altersgrenze von 63 Jahren für diese Renten schrittweise auf das 65. Lebensjahr angehoben. Der maximale Abschlag beträgt hierbei 10,8 Prozent.

Abschläge ausgleichen

Wer die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht hat, kann ab einem Alter von 50 Jahren mögliche Rentenabschläge durch eine Zahlung von Beiträgen ausgleichen. Wie hoch diese sein müssen, klärt ein Beratungsgespräch mit der Deutschen Rentenversicherung.

Tipp: Steuerlich gesehen ist es meist sinnvoller, die Abschlagszahlung auf mehrere Jahre zu verteilen. Auch Teilzahlungen sind möglich – allerdings nur längstens bis zum regulären Rentenalter.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Weitere Informationen gibt es auf www.deutsche-rentenversicherung.de oder unter der kostenlosen Servicenummer 0800 1000 4800.

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