Die 5 Säulen der Sozialversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist Teil des deutschen Sozialversicherungssystems. Es besteht aus fünf Säulen mit unterschiedlichen Aufgaben.

Personenkreis legt in der Mitte Hände aufeinander. – Bildnachweis: fotolia.de © ave_mario

Was sind die 5 Säulen der Sozialversicherung?

  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Unfallversicherung

Die fünf Säulen der gesetzlichen Sozialversicherung gewähren Schutz gegen Einkommensausfall durch Krankheit, Unfall, verminderte Erwerbsfähigkeit, Alter und Arbeitslosigkeit. Außerdem tragen sie die Kosten von Pflegebedürftigkeit.

In Deutschland sind die meisten Menschen gesetzlich pflichtversichert. Mit ihren Beiträgen finanzieren sie die Leistungen der gesetzlichen Sozialversicherung fast vollständig.

Die Höhe der Beiträge hängt weitgehend vom Einkommen ab. Insgesamt machen die Beiträge etwa 40 Prozent des Einkommens aus. Da sie, von Ausnahmen abgesehen, überwiegend zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern geleistet werden, entfallen auf Arbeitnehmer im Schnitt etwa 20 Prozent des Bruttogehalts.

Darüber hinaus erhält die Sozialversicherung zur Erfüllung ihrer zusätzlichen Aufgaben auch Steuermittel aus dem Bundeshaushalt.

Wie hoch sind die Beitragssätze zur Sozialversicherung 2021?

Beitragssätze zur Sozialversicherung 2021 (in%)
insgesamt Arbeitnehmeranteil
Allgemeine Rentenversicherung 18,6 9,3
Arbeitslosenversicherung 2,4 1,2
Krankenversicherung allgemein 14,6 7,3
durchschnittlicher Zusatzbeitrag 1,3 0,65
Pflegeversicherung 3,05 1,525*
Insgesamt 39,95 19,975
Zusatzbeitrag zur Pflegeversicherung für Kinderlose 0,25 0,25

*In Sachsen gilt ein Arbeitnehmeranteil von 2,025 %

 Die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung tragen die Arbeitgeber allein.

Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist mit über 57 Millionen Versicherten das zentrale System zur Altersvorsorge. Fast 19 Millionen Menschen erhalten durch sie eine Altersrente. Daneben leistet die Deutsche Rentenversicherung auch Renten wegen Erwerbsminderung und für Hinterbliebene. Zudem erfüllt sie umfangreiche Leistungen der Rehabilitation und der Prävention.

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung beträgt derzeit 18,6 Prozent des Bruttogehalts bis zur monatlichen Beitragsbemessungsgrenze von 7.100 Euro in den alten Bundesländern und 6.700 Euro in den neuen Bundesländern (Stand 2021).

Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen jeweils die Hälfte. 

Weitere Informationen: www.deutsche-rentenversicherung.de

Arbeitslosenversicherung

Die gesetzliche Arbeitslosenversicherung zahlt Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Konkursausfallgeld und Schlechtwettergeld an davon betroffene Arbeitnehmer. Außerdem fördert sie Maßnahmen zur Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen.

Der Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung liegt bei 2,4 Prozent des Bruttoeinkommens. Auch diesen Beitrag teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer hälftig.

Wie lange Arbeitslosengeld gezahlt wird, hängt davon ab, wie lange Betroffene vor der Arbeitslosigkeit als sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren und vom ihrem Alter. Wer jünger ist als 50, bekommt höchstens zwölf Monate lang Arbeitslosengeld; wer 50 und älter ist, kann bis zu 24 lang Arbeitslosengeld bekommen.

Weitere Informationen auf www.arbeitsagentur.de

Arbeitslosengeld II (ALG 2)

Wer nach Ablauf dieser Zeit keine neue Beschäftigung gefunden hat, muss in der Regel das wesentlich niedrigere Arbeitslosengeld II (Hartz 4) beantragen. Arbeitslosengeld II erhalten bei Bedürftigkeit alle Arbeitslosen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren, die keinen Anspruch auf das reguläre Arbeitslosengeld haben oder deren Anspruchszeit abgelaufen ist. Für nicht erwerbstätige Familienangehörige im gemeinsamen Haushalt gibt es das Sozialgeld, das dem Regelsatz des Arbeitslosengeldes II entspricht.

Krankenversicherung

Die gesetzlichen Krankenversicherungen bezahlen die notwendigen Leistungen bei Krankheit und finanziert Maßnahmen zur Früherkennung und Vermeidung von Krankheiten. Außerdem zahlen sie bei längerer Krankheit Krankengeld als Lohnersatz. 

In Deutschland besteht die Pflicht zur Krankenversicherung. Arbeitnehmer, deren Jahresarbeitsverdienst die Versicherungspflichtgrenze von 64.350 Euro (5.362,50 Euro im Monat, Stand: 2021) nicht übersteigt, müssen sich in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichern. Wer mehr verdient, kann alternativ in eine private Krankenversicherung wechseln.

Aktuell sind rund 73 Millionen Menschen gesetzlich krankenversichert. Die Versicherten haben die Wahl aus rund 100 gesetzlichen Krankenkassen.

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung setzt sich aus dem allgemeinen Beitragssatz und dem Zusatzbeitrag zusammen.

  • Der allgemeine Beitragssatz ist gesetzlich auf 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens festgelegt (bis zur Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 58.050 Euro jährlich, 4.837,50 Euro pro Monat, Stand 2021). Der allgemeine Beitragssatz gilt gleichermaßen für alle gesetzlichen Krankenkassen.
  • Darüber hinaus können alle Krankenkassen zur Finanzierung ihrer Ausgaben einen frei wählbaren Zusatzbeitrag erheben.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen den Krankenversicherungsbeitrag je zur Hälfe.

Weitere Informationen auf www.gkv-spitzenverband.de

Pflegeversicherung

In der gesetzlichen Pflegeversicherung wird das Risiko der Pflegebedürftigkeit durch Hilfen zur häuslichen und zur stationären Pflege abgedeckt. Für die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind die Pflegekassen zuständig, die jeweils den gesetzlichen Krankenkassen zugeordnet sind. Das heißt: Jeder gesetzlichen Krankenkasse ist eine Pflegekasse angeschlossen.

Die Höhe der Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung staffelt sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit. Die Pflegebedürftigkeit wird in den Pflegegraden 1 bis 5 gemessen. Dadurch sollen alle Pflegebedürftigen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, unabhängig davon, ob sie von körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen betroffen sind.

Der Beitragssatz in der Pflegeversicherung liegt bei 3,05 Prozent. Allerdings müssen hier Kinderlose ab 23 Jahre 0,25 Prozentpunkte mehr an Beitrag zahlen als Versicherte mit Kindern.

Auch hier teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Beiträge hälftig. Eine Ausnahme gilt für Sachsen: Dort zahlt der Arbeitgeber nur 1,025 Prozent. Und: Rentner müssen ihre Pflegeversicherungsbeiträge allein tragen.

Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung schützt alle Arbeitnehmer vor den wirtschaftlichen Folgen von Arbeits- und Wegeunfällen sowie von Berufskrankheiten.

Die Beiträge für die gesetzliche Unfallversicherung tragen die Arbeitgeber allein.

Die Beitragshöhe richtet sich nach dem Entgelt der Versicherten und nach dem Grad der Unfallgefahr im jeweiligen Betrieb. Zu den Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung zählen neben Heilbehandlung und Rehabilitation auch Pflegegeld, Verletztengeld, Berufshilfe, Übergangsgeld und Verletztenrente.

Weitere Informationen auf www.dguv.de

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