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Steuern für Rentner

Bis Ende 2005 galt für Rentner noch die günstige Ertragsanteilsbesteuerung. Die gibt es immer noch - aber nicht mehr für alle Einkünfte im Alter. Die "großen Brocken" werden jetzt nach einem Besteuerungsanteil versteuert.

Das Prinzip der noch jungen nachgelagerten Besteuerung wird künftig immer mehr Rentner treffen, weil der Besteuerungsanteil für die Neu-Rentner steigt. Da der Umbau sich aber nur allmählich vollzieht, müssen Durchschnitts-Rentner für 2006 und 2007 noch keine Steuern zahlen. Der Besteuerungsanteil für Rentner, die 2006 in Rente gegangen sind, beträgt 52 Prozent. Das heißt, sie müssen 52 Prozent ihrer gesetzlichen Rente versteuern. Der Prozentsatz steigt bis 2040 auf 100 Prozent. Für 2007 müssen Neu-Rentner mit einem Besteuerungsanteil von 54 Prozent rechnen.

Ledige Senioren, die 2006 in Rente gingen, müssen erst Steuern zahlen, wenn ihre monatliche Bruttorente 1.525 Euro übersteigt und sie außer der gesetzlichen Rente keine weiteren Einkünfte erzielen (für Ehepaare gilt der doppelte Betrag). 2007 sinkt der Betrag für Neu-Rentner durch die Erhöhung des Besteuerungsanteils auf 1.470 Euro (Verheiratete: 2.930 Euro).

! Darauf müssen Sie besonders achten:

  • Der zum Renteneintritt gültige Besteuerungsanteil bleibt bis zum Lebensende gleich, er steigt nicht! Der steuerfreie Anteil der Rente wird ab dem zweiten Rentenbezugsjahr in einen lebenslang festgeschriebenen Freibetrag umgewandelt.

"Voraussichtlich müssen Durchschnittsrentner, die 2015 in Rente gehen, erstmals Steuern zahlen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Rentner keine zusätzlichen Einkünfte haben", so Dr. Ursula Wächter von der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland.

Damit weist Wächter auf einen wichtigen Punkt hin: Wenn weitere Einkünfte, etwa aus Vermietung, privaten Rentenversicherungen oder durch Kapitalerträge anfallen, müssen Rentner eventuell doch Steuern zahlen. So muss ein Rentner, der eine Ferienwohnung vermietet und eine Betriebsrente erhält, im Zweifelsfall für 2006 Steuern zahlen, auch wenn seine gesetzliche Rente nicht höher als 1.525 Euro im Monat ist.

Ob die einzelnen Einkünfte nach dem alten Ertragsanteil, dem neuen Besteuerungsanteil oder voll versteuert werden, zeigt diese Übersicht:

  • Versteuerung nach Besteuerungsanteil
    Die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung (Altersrenten, Renten wegen Erwebsminderung, Witwen- und Witwerrente, Waisenrente), Rürup-Rente, Rente aus einer landwirtschaftlichen Alterskasse sowie Auszahlungen aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen werden nach dem Besteuerungsanteil versteuert, der zum Renteneintritt gilt. Auf eine interessante Ausnahme - die sogenannte Öffnungsklausel - für Renten aus berufsständischen Versorgungswerken weist Steuerexperte Peter Kauth vom Internetportal steuerrat24.de in der DIE WELT hin: "Wer vor dem 1. Januar 2005 mindestens zehn Jahre lang Beiträge geleistet hat, die über den Jahreshöchstbetrag in der gesetzlichen Rentenversicherung hinausgingen, kann beantragen, dass die auf diesen Beiträgen beruhende Rente lediglich mit dem Ertragsanteil versteuert wird."
  • Versteuerung nach Ertragsanteil
    Renten aus einer privaten Rentenversicherung, die Senioren zuvor aus ihrem versteuerten Einkommen angespart haben, werden nach dem Ertragsanteil besteuert. Dazu gehören auch Betriebsrenten, deren Beiträge pauschal versteuert wurden.
  • Voll steuerpflichtig
    Betriebsrenten, für die in der Einzahlungsphase keine - auch keine pauschalen - Steuern gezahlt wurden, sind voll steuerpflichtig. Das sind zum Beispiel Leistungen aus Pensionszusagen und Unterstützungskassen sowie die Pensionen der Beamten. Allerdings gibt es noch einen Freibetrag, der 2007 36,8 Prozent des Versorgungsbezuges beträgt. Er sinkt jedes Jahr um 1,6 Prozentpunkte. Der zugehörige Höchstbetrag, bis zu dem der Freibetrag maximal möglich ist, sinkt jährlich um 120 Euro und beträgt 2007 exakt 2.760 Euro.
Ertragsanteil
Alter bei Rentenbeginn Steuerpflichtiger Anteil in Prozent
59 23
60 bis 61 22
62 21
63 20
64 19
65 bis 66 18
67 17
Besteuerungsanteil
Jahr des Renteneintritts Steuerpflichtiger Anteil in Prozent
2006 52
2007 54
2008 56
2009 58
2010 60
2011 62
2012 64

Weitere Einkünfte wie ein neben der Rente bezogener Arbeitslohn, Mieteinnahmen oder Kapitaleinkünfte werden wie während des Erwerbslebens ganz normal versteuert. Für diese Einkünfte stehen Rentnern und Pensionären allerdings für die Jahre nach dem 64. Lebensjahr automatisch ein Altersentlastungsbetrag zu. Für 2006 beträgt der Altersentlastungsbetrag 38,4 Prozent der Versorgungsbezüge (maximal 1.824 Euro) und 2007 36,8 Prozent (maximal 1.748 Euro). Bei einer Zusammenveranlagung stehen beiden diese Beträge zu. Im Zuge der Umstellung auf die nachgelagerte Besteuerung wird der Altersentlastungsbetrag bis 2040 schrittweise auf null sinken.

Hinweis: Diese Informationen entsprechen dem Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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