Anpassung der Renten – Lexikon

Rente und Altersvorsorge: Erklärungen zu Fachbegriffen im Ihre Vorsorge-Lexikon

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Anpassung der Renten

Die Renten werden jährlich entsprechend der Veränderung verschiedener Faktoren angepasst.

Die Renten in den alten Bundesländern wurden im Jahre 2021 zum sonstigen Anpassungstermin 01.07. nicht erhöht, weil sich durch die negative Einkommensentwicklung der Arbeitnehmer infolge der Corona-Pandemie im Jahre 2020 kein Anpassungswert für 2021 ergeben hat. Die eigentlich fällige Minderung der Renten wegen der rückläufigen Einkommensentwicklung wurde dabei durch die so genannte Rentengarantie verhindert. Der Rentenanpassungssatz wird jährlich zum 1. Juli durch die Rentenanpassungs-Verordnung der Bundesregierung neu festgelegt.

In den neuen Bundesländern gab es dagegen eine leichte Rentenerhöhung von 0,72 Prozent, obwohl auch dort die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter infolge der Corona-Pandemie nicht gestiegen sind. Grund für diese Erhöhung ist eine Gesetzesänderung in 2017, wonach seit 2018 eine schrittweise Angleichung der Renten in Ost und West bis 2024 erfolgen soll (so genannte "Angleichungstreppe"). Seit dem 1. Juli 2021 beläuft sich der aktuelle Rentenwert im Osten nun auf 97,9 Prozent des Westwertes. Bis zum Jahr 2024 steigt er schrittweise auf 100 Prozent. Von dieser Verfahrensweise gibt es jedoch eine Ausnahme. Hierfür wird jedes Jahr in einer Vergleichsberechnung ein aktueller Rentenwert im Osten nach der alten, vor 2018 geltenden Formel ermittelt. Dieser Wert wird mit dem Wert verglichen, der nach der Angleichungstreppe ermittelt wird. Der höhere der Werte aus der Vergleichsberechnung kommt jeweils für die Rentenanpassung im Osten zur Anwendung. In diesem Jahr ist der Wert nach der Angleichungstreppe maßgebend.

Seit dem 1. Juli 2001 werden neben der Bruttolohnentwicklung auch die Veränderungen beim Beitragssatz zur Rentenversicherung, seit 2003 die steuerlich geförderten Beiträge der Arbeitnehmer für eine zusätzliche private Altersvorsorge sowie – seit 2005 – die Veränderung des Verhältnisses zwischen Beitragszahlern und Rentnern (Nachhaltigkeitsfaktor) berücksichtigt.

Zudem wird durch eine erweiterte Schutzklausel ("Rentengarantie") seit 2009 verhindert, dass die im Grundsatz an die Entwicklung der Löhne und Gehälter gekoppelte Rentenanpassung im Fall einer rückläufigen Lohnentwicklung zu einer Rentenminderung führt. Die durch die erweiterte Schutzklausel unterbliebenen Rentenkürzungen werden im sogenannten Ausgleichsbedarf erfasst und später dadurch realisiert, dass positive Rentenanpassungen solange halbiert werden, bis der Ausgleichsbedarf abgebaut ist. Seit 2019 ist der Ausgleichsbedarf jedoch bis 2025 ausgesetzt (Gesetz über Leistungsverbesserungen und Stabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetz) vom 28.11.2018 (BGBl. I S. 2016), in Kraft getreten am 01.01.2019.

Seit 2019 ist bei den Rentenanpassungen auch noch eine so genannte "Niveausicherungsklausel" zu beachten. Sie soll sicherstellen, dass in der Zeit vom 1. Juli 2019 bis zum 1. Juli 2025 mit dem jährlich anlässlich der Rentenanpassungen ermittelten aktuellen Rentenwert das Sicherungsniveau der Renten vor Steuern des laufenden Jahres in Höhe von 48 Prozent nicht unterschritten wird. Gegebenenfalls ist der aktuelle Rentenwert so anzuheben, dass dieses Sicherungsniveau mindestens 48 Prozent beträgt.

Zum 01.07.2022 werden nach den Zahlen der Bundesregierung die Renten in den alten Bundesländern um 5,35 Prozent und in den neuen Bundesländern um 6,12 Prozent steigen. Das ist die höchste Steigerung seit vielen Jahren. 

S. auch unter "Aktueller Rentenwert" und "Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz").

 

 

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