Lexikon – Betriebliche Altersversorgung

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Betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung wird nach dem Drei-Säulen-Modell der Alterssicherung als zweite Säule bezeichnet. Die erste Säule ist die gesetzliche Rentenversicherung, die dritte die private Altersvorsorge.

Der Gesetzgeber hat Arbeitgebern und Arbeitnehmern fünf Durchführungswege zur betrieblichen Altersversorgung zur Verfügung gestellt. Diese sind:

  • Direktzusage: Arbeitgeber bildet Rückstellungen; frei in der Art der Geldanlage, beitragspflichtig im Pensionssicherungsverein
  • Unterstützungskasse: Rückgedeckt oder „reservepolsterfinanziert“; gewährt formal keinen Rechtsanspruch, beitragspflichtig im Pensionssicherungsverein
  • Pensionskasse (PK): Selbständiges Versicherungsunternehmen; Einzahlungen sind steuerlich limitiert
  • Direktversicherung (DV): Produkt einer Lebensversicherungsgesellschaft; seit 2005 gilt: viele Analogien zur Pensionskasse (insbesondere steuerlich); vor 2005 wurde die Direktversicherung steuerlich in der Anwartschaftsphase pauschaliert (§40b EStG) und in der Rentenphase der Ertragsanteilsbesteuerung unterworfen.
  • Pensionsfonds (PF): 2002 eingeführter Durchführungsweg, hohe Aktienquote zulässig, (begünstigt) beitragspflichtig im Pensionssicherungsverein

Die von privaten Arbeitgebern gezahlten Betriebsrenten oder Werkspensionen gelten steuerrechtlich ab Vollendung des 63. Lebensjahres als Versorgungsbezüge im Sinne des Einkommensteurrechts (§ 19 Abs. 2 Nr. 2 Einkommensteuergesetz - EStG).

Ab dem Kalenderjahr nach der Vollendung des 64. Lebensjahres wird für die Berechnung der Steuer das Einkommen aus betrieblicher Altersversorgung um den so genannten Altersentlastungsbetrag von derzeit (2018) 19,2 Prozent der Einnahmen, höchstens jedoch 912 Euro im Jahr gekürzt, sowie um den Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von jährlich 102 Euro. Das Finanzamt berücksichtigt beide Abzugsbeträge auch bei der Einkommensteuerveranlagung, ohne dass sie vom Steuerpflichtigen eigens geltend gemacht werden müssen.

Nun hat der Gesetzgeber mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz vom 07.07.2017 (Bundesgesetzblatt Teil 1, S. 3214) zahlreiche, zum Teil schon ab 2018 geltende Neuregelungen eingeführt, die es den Arbeitnehmern - insbesondere in kleineren Betrieben - erleichtern sollen, eine betriebliche Altersvorsorge aufzubauen.

Wichtigste Maßnahmen sind insbesondere:

  • Bei einer Entgeltumwandlung muss der Arbeitgeber künftig mindestens 15 Prozent des umgewandelten Entgelts als Zuschuss leisten. Soweit es schon entsprechende Vereinbarungen in einzelnen Branchen gibt, gilt dies ab 2018, für Neuverträge ab 2019 und für bereits heute bestehende Verträge gar erst ab 2022.
  • Bei einer Entgeltumwandlung entfällt weiterhin Steuer- und Sozialversicherungspflicht bis zu einem Betrag von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (das sind 2018 260 Euro monatlich). Weitere vier Prozent (also isgesamt 520 Euro monatlich) bleiben jetzt auch noch steuer-, aber nicht sozialversicherungsfrei.
  • Betriebe, die die Sparpläne ihrer Arbeitnehmer mit Bruttoverdiensten unterhalb von 2.200 Euro pro Monat mit jährlich 240 bis 480 Euro bezuschussen, können einen Zuschuss von 30 Prozent dieser Beträge erhalten und ihn einfach von der zu zahlenden Lohnsteuer einbehalten.
  • Betriebliche Riester-Renten werden ab 2018 den privaten Riester-Renten gleichgestellt. Somit sind dann keine Beiträge mehr zur Kranken- und Pflegeversicherung daraus zu zahlen.
  • Die Grundzulage zu den Riester-Verträgen steigt 2018 von 154 auf nunmehr 175 Euro.
  • Einige neue Regelungen verkürzen die Fristen für die Unverfallbarkeit von Betriebsrenten, die der Arbeitgeber allein finanziert.

 Mehr zum Thema:

Altersentlastungsbetrag
Arbeitnehmerpauschbetrag

Riester-Rente

 

 

 

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