Flexirente – Lexikon

Rente und Altersvorsorge: Erklärungen zu Fachbegriffen im Ihre Vorsorge-Lexikon

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Flexirente

Viel Neues durch das Ende 2016 beschlossene Gesetz zur Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand und zur Stärkung von Prävention und Rehabilitation im Erwerbsleben (Flexirentengesetz) ab 2017:

Beschäftigte Altersrentner können jetzt auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze noch weitere Rentenbeiträge leisten:

Dazu müssen sie nur auf die eigentlich bestehende Versicherungsfreiheit verzichten. Dann wird ihre Rente jeweils einmal im Jahr zum 01. Juli mit den inzwischen gezahlten Rentenbeiträgen einschließlich des Arbeitgeberanteils neu berechnet.

Freiwillige Versicherung jetzt auch neben vorgezogener Altersvollrente möglich:

Anders als bisher können sich nun auch Bezieher einer vorgezogenen Altersvollrente freiwillig in der Rentenversicherung versichern. Diese Beiträge führen dann zu einer jährlichen Erhöhung ihrer bereits laufenden Rente.

Jetzt auch Bezieher einer vorgezogenen Altersvollrente rentenversicherungspflichtig in einer Beschäftigung

Rentner, die eine vorgezogene Altersrente in voller Höhe erhalten und daneben noch arbeiten, sind seit 01.01.2017 in ihrer Beschäftigung versicherungspflichtig. Durch die Beiträge erhöht sich dafür aber auch regelmäßig die Rente.

Neue Hinzuverdienstregelungen seit 01. Juli 2017:

Seit dem 1. Juli 2017 können Rentner mit einer vorgezogenen Altersvollrente 6300 Euro im Kalenderjahr anrechnungsfrei hinzuverdienen. Es kommt also nicht mehr auf den monatlichen Verdienst an. Diese Regelung gilt dann einheitlich für die alten und neuen Bundesländer.

Der über den Betrag von 6300 Euro hinausgehende Bruttoverdienst wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet, die dann als Altersteilrente bezeichnet wird (§ 34 Abs. 3 SGB VI). Es gibt allerdings eine Obergrenze für den Hinzuverdienst, den so genannten Hinzuverdienstdeckel (§ 34 Abs. 3a SGB VI). Grund: Es soll niemand durch die neue  Regelung mehr Einkommen haben als dem höchsten Einkommen aus den letzten 15 Jahren entspricht.

Der Hinzuverdienstdeckel wird berechnet, indem die monatliche Bezugsgröße mit den Entgeltpunkten  des Kalenderjahres mit den höchsten Entgeltpunkten aus den letzten 15 Kalenderjahren vor Beginn der ersten Rente wegen Alters vervielfältigt wird. Er beträgt mindestens die Summe aus einem Zwölftel von 6 300 Euro und dem Monatsbetrag der Vollrente. Der Hinzuverdienstdeckel wird jährlich zum 1. Juli neu berechnet.

Die bisherigen Teilrenten mit ihren unterschiedlichen Hinzuverdienstgrenzen gibt es daher seit dem 01.07.2017 nicht mehr. Übergangsvorschriften gelten jedoch für die Teilrenten, die am 30.06.2017 bereits liefen.

Flexibilisierung auch beim Hinzuverdienst neben Erwerbsminderungsrenten:

Vergleichbare Neuregelungen sind auch für die Erwerbsminderungsrenten beschlossen worden.

Alle diese Regelungen mit ihren Übergangsvorschriften für die Alt-Fälle sind sehr kompliziert, so dass die Versicherten gut daran tun, sich ggf. von ihrem Rentenversicherungsträger beraten zu lassen (s. hierzu auch unter www.deutsche-rentenversicherung.de).

Sonderregelungen aufgrund der Corona-Krise: Hinzuverdienstgrenze kräftig abgehoben

Durch die Coronakrise besteht derzeit ein besonders hoher Bedarf an medizinischem Personal. Aber auch in anderen Wirtschaftsbereichen kann es zu Personalengpässen aufgrund von Erkrankungen oder Quarantäneanordnungen kommen. Um die Weiterarbeit oder Wiederaufnahme einer Beschäftigung nach Renteneintritt zu erleichtern, hat die Bundesregierung die im jeweiligen Kalenderjahr geltende Hinzuverdienstgrenze für das Jahr 2020 von 6.300 Euro auf 44.590 Euro angehoben.

Jahreseinkünfte bis zu dieser Höhe führen somit nicht zu einer Kürzung einer vorgezogenen Altersrente. Ab dem Jahr 2021 gilt dann wieder die bisherige Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro pro Kalenderjahr.

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