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Bibliotheksregale mit Büchern. – Bild: Getty Images/iStockphoto/Connel_Design

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Krankenversicherung der Rentner

Die Krankenversicherung der Rentner gewährleistet den gesetzlichen Krankenversicherungsschutz für die Rentenbezieher.

Pflichtmitglied in der Krankenversicherung der Rentner sind die Rentner und Rentenantragsteller, die seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Rentenantragstellung mindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte dieses Zeitraums Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse oder als Angehörige familienversichert waren.

Mitgliedschaftszeiten in der Sozialversicherung der früheren DDR sind der Pflichtversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse gleichgestellt. Für anerkannte Vertriebene (Spätaussiedler) gelten Sonderregelungen. Zeiten der freiwilligen Mitgliedschaft oder der Familienversicherung aufgrund einer freiwilligen Mitgliedschaft zählen für die Vorversicherung nicht mit.

Rentner, die unter früheren günstigeren Voraussetzungen Mitglied in der Krankenversicherung der Rentner geworden sind, bleiben, solange sie Rente beziehen, in der Krankenversicherung der Rentner versichert. Hinterbliebenenrentner bleiben immer dann pflichtversichert in der Krankenversicherung der Rentner, wenn der Verstorbene bereits Rente bezogen hatte und selbst in der Krankenversicherung der Rentner versichert war.

Der pflichtversicherte Rentner hat die Hälfte des Krankenversicherungsbeitrags aus der Rente zu zahlen. Der Beitrag wird nach dem allgemeinen Beitragssatz der Krankenversicherung festgesetzt. Die Rentenversicherung zahlt die andere Hälfte dieses Beitrages. Hinzu kommt der Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung, den Krankenkassen seit 1. Januar 2015 erheben können und den der Rentner wie alle Krankenversicherten allein zahlen muss. Der auf die Rente entfallende Beitrag wird von der Rente einbehalten und von der Rentenversicherung an die Krankenkasse überwiesen.

Die Rentner, die nicht lange genug in einer gesetzlichen Krankenkasse Mitglied oder familienversichert waren sowie solche Personen, die sich von der Krankenversicherungspflicht haben befreien lassen oder als Selbstständige oder Beamtenpensionsbezieher von der Krankenversicherung der Rentner ausgeschlossen sind, müssen sich selbst um ihren Krankenversicherungsschutz bemühen. Diese Personen erhalten als freiwillige Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse oder als privat Krankenversicherte vom Rentenversicherungsträger auf Antrag einen Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag.

Die ursprüngliche Ungleichbehandlung von pflichtversicherten und freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung Versicherten ist vom Bundesverfassungsgericht durch Beschluss vom 15. März 2000 für verfassungswidrig erklärt worden. Seit 1. April 2002 wurden freiwillig versicherte Rentner daher in die Pflichtversicherung der Rentner überführt, soweit sie nicht erklärt hatten, dass sie weiterhin freiwillig oder privat versichert sein wollen.

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