Mütterrente – Lexikon

Rente und Altersvorsorge: Erklärungen zu Fachbegriffen im Ihre Vorsorge-Lexikon

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Mütterrente

Seit Juli 2014 haben Frauen (oder Männer), deren Kinder vor 1992 geboren wurden und die den überwiegenden Teil der Erziehung übernommen haben, einen höheren Rentenanspruch. Ihnen werden ab 2019 für die ersten zweieinhalb Jahre nach der Geburt eines Kindes jeweils zweieinhalb Entgeltpunkte auf ihrem Rentenkonto gutgeschrieben. Bis 2018 waren es nur zwei Entgeltpunkte für die ersten beiden Lebensjahre eines Kindes.

Aufgrund dieser Neuregelung bekommen knapp zehn Millionen Mütter (und Väter), deren Kinder vor 1992 geboren wurden, jetzt pro Kind einen monatlichen Rentenbetrag in Höhe von 80,08 Euro (alte Länder) bzw. 76,73 Euro (neue Länder) (1. Halbjahr 2019).

Diese nachträgliche Begünstigung älterer Mütter wird in der Öffentlichkeit oft "Mütterrente" genannt. Sie wurde im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens stark diskutiert – vor allem wegen ihrer Finanzierung aus Rentenbeiträgen. Die Rentenversicherung sieht Kindererziehung als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe an, die vollständig aus Steuermitteln zu bezahlen ist.

Mütter (und erziehende Väter) von Kindern, die nach 1991 geboren wurden, bekommen nach wie vor drei Entgeltpunkte pro Kind für die Rente gutgeschrieben. Das sind im ersten Halbjahr 2019 96,09 Euro in den alten Ländern und 92,07 Euro pro Kind in den neuen Ländern.

Fehlen hingegen trotz Mütterrente noch Versicherungsjahre (z.B. bei nur einem Kind und ohne weitere bisherige Beitragszahlungen), so kann diese Lücke durch die Zahlung freiwilliger Beiträge geschlossen werden und so ein Rentenanspruch entstehen. Mit zwei Kindern entsteht jetzt somit schon ein Anspruch auf die so genannte "Regelaltersrente" ohne weitere Beitragsleistungen.

 

 

 

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