Pflegeversicherung – Lexikon

Rente und Altersvorsorge: Erklärungen zu Fachbegriffen im Ihre Vorsorge-Lexikon

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Pflegeversicherung

In der gesetzlichen Pflegeversicherung wird das Risiko der Pflegebedürftigkeit durch Hilfen zur häuslichen und stationären Pflege abgedeckt. Die Höhe der Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung staffeln sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit, wobei seit 2017 fünf Pflegegrade unterschieden werden.

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung beträgt seit 2019 unverändert 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens, getragen je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Für Sachsen gilt eine Besonderheit, weil dort nicht der Buß- und Bettag als Äquivalent für die Beitragszahlung der Arbeitgeber abgeschafft wurde. Kinderlose ab 23 Jahre zahlen ab 2022 einen Zuschlag von 0,35 anstatt vorher 0,25 Prozentpunkten, den sie allein tragen müssen. Diese Erhöhung wurde mit der Pflegereform 2022 eingeführt.

Das Zweite Pflegestärkungsgesetz - in Kraft seit 01.01.2016 - setzt den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff um. Damit erhalten erstmals alle Pflegedürftigen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung, unabhängig davon, ob sie von körperlichen oder psychischen Einschränkungen betroffen sind. Das Jahr 2016 diente der Vorbereitung des neuen Begutachtungsverfahrens in der Praxis und der Umstellung auf die neuen fünf Pflegegrade sowie die neuen Leistungsbeträge bis zum 01.01.2017.

Seit 01.01.2017 sind auch die neuen Regelungen zur Rentenversicherungspflicht der nicht erwerbsmäßigen Pflegepersonen in Kraft (s. unter Pflegepersonen und Rentenversicherungspflicht)

Die Pflegereform 2022 brachte weitere Änderungen, die hier aber nur stichwortartig aufgeführt werden sollen:

  • Leistungsbeträge für Pflegesachleistungen, also die Beträge für den ambulanten Pflegedienst, und für die Kurzzeitpflege sind seit 1. Januar 2022 angehoben worden.
  • Durch einen höheren Zuschuss zu den Pflegekosten im Heim sollen Bewohner seit 1. Januar 2022 finanziell entlastet werden.
  • Erstattungsansprüche gegenüber der Pflegeversicherung können unter bestimmten Bedingungen auch noch nach dem Tod einer pflegebedürftigen Person geltend gemacht werden.
  • Neu: Zusätzlich besteht ein Anspruch gegen die Krankenkasse auf Übergangspflege im Krankenhaus, wenn die Versorgung einer Person nicht anders sichergestellt werden kann.

(Quelle: www.verbraucherzentrale.de)

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