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Bibliotheksregale mit Büchern. – Bild: Getty Images/iStockphoto/Connel_Design

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Rente ins Ausland

Rentnern, die in der Bundesrepublik Deutschland wohnen, wird die Rente stets aus allen nach deutschen Rechtsvorschriften anrechenbaren rentenrechtlichen Zeiten berechnet und gezahlt. Dasselbe gilt für Rentner, die sich nur vorübergehend in einem ausländischen Staat aufhalten, etwa bei einer Urlaubsreise.

Wer jedoch ins Ausland verzieht und dort seinen dauernden Aufenthalt begründet, muss unter Umständen mit Einschränkungen bei seinem Rentenanspruch und der Rentenhöhe rechnen. So entfällt der Anspruch auf eine Rente wegen voller Erwerbsminderung beziehungsweise Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, die wegen der Arbeitsmarktlage gezahlt wird. Das geht aus dem Rentenbescheid hervor. Rentenminderungen können sich ergeben, wenn bei der Rente nicht nur Beitragszeiten im Bundesgebiet berücksichtigt sind.

Aus Beschäftigungszeiten ohne Beitragszahlung nach dem Fremdrentengesetz wird keine Auslandsrente ermittelt. Aber auch aus Beitragszeiten außerhalb des Bundesgebiets wird nur dann eine Rente gezahlt, wenn der Rentner deutscher Staatsangehöriger, vor dem 19. Mai 1950 geboren und vor dem 19. Mai 1990 aus Deutschland ausgewandert ist und hier auch Beiträge bezahlt hat.

Ausländische Staatsangehörige erhielten eine Auslandsrente nur aus den in der Bundesrepublik Deutschland zurückgelegten Beitragszeiten. Die sich hieraus ergebende Rente wurde auch nur in Höhe von 70 Prozent gezahlt. Seit dem 1. Oktober 2013 werden nunmehr Deutsche und ausländische Staatsangehörige  bei Rentenzahlungen ins Ausland gleichgestellt. Damit entfällt bei Auslandszahlungen der Rentenversicherung die bisher in bestimmten Fällen vorgenommene Kürzung der Rente auf 70 Prozent.

Andere für Ausländer noch bestehende Einschränkungen gelten nicht, wenn es sich um Ausländer aus der Europäischen Union oder Ausländer aus Staaten handelt, mit denen die Bundesrepublik Deutschland Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat. Jedem Berechtigten wird empfohlen, sich vor einem Umzug ins Ausland bei seinem Versicherungsträger über die Auswirkungen auf die spätere Rente zu informieren.

Rentner, die im Ausland leben, müssen ihre Renteneinkünfte in der Regel in Deutschland versteuern. Laut Alterseinkünftegesetz müssen sie seit 2005 eine Einkommensteuererklärung für beschränkt Steuerpflichtige abgeben. Ob es tatsächlich zu einer Besteuerung kommt, hängt von den individuellen Verhältnissen (verheiratet/unverheiratet, weitere Einkünfte) des Rentners ab. Die tatsächliche Besteuerung ist zudem vom Wohnsitzstaat des Rentners abhängig. Nicht alle Doppelbesteuerungsabkommen weisen Deutschland das Besteuerungsrecht zu, wenn die Rente aus Deutschland gezahlt wird. Soweit in einem Doppelbesteuerungsabkommen dem anderen Staat das Besteuerungsrecht zugewiesen ist, unterliegen diese Einkünfte in Deutschland nicht der Besteuerung. Das heißt, sie werden im Rahmen der Veranlagung entweder freigestellt und unterliegen lediglich dem Progressionsvorbehalt, was sich, bei Vorliegen weiterer Einkünfte, auf den Steuersatz auswirken würde, oder die ausländische Steuer wird angerechnet.

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