Selbstständig Tätige – Lexikon

Rente und Altersvorsorge: Erklärungen zu Fachbegriffen im Ihre Vorsorge-Lexikon

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Selbstständig Tätige

Selbstständig Erwerbstätige sind in den meisten Fällen nicht rentenversicherungspflichtig. Ausgenommen davon sind

  • selbstständig tätige, in die Handwerksrolle eingetragene Handwerker
  • Hausgewerbebetreibende,
  • selbstständig tätige Lehrer und Erzieher,
  • selbstständig tätige Pflegepersonen, Hebammen und Entbindungshelfer,
  • Seelotsen, Küstenschiffer und Küstenfischer sowie
  • Künstler und Publizisten.

Außerdem blieben alle Selbstständigen in den neuen Ländern versicherungspflichtig, wenn sie nicht bis zum 31. Dezember 1994 ihren Austritt aus der Rentenversicherung erklärten.

Auch so genannte arbeitnehmerähnliche Selbstständige (Scheinselbstständige) sind rentenversicherungspflichtig. Hierbei handelt es sich um Personen, die regelmäßig keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen sowie auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig sind. Über die Versicherungspflicht als arbeitnehmerähnlicher Selbstständiger entscheidet die Deutsche Rentenversicherung.

Nicht versicherungspflichtige Selbstständige können innerhalb von fünf Jahren nach Aufnahme ihrer selbstständigen Tätigkeit auf Antrag der Versicherungspflicht beitreten und sind dann mit allen Folgen versicherungspflichtig. Diese auf eigenen Wunsch hin begonnene Pflichtversicherung können sie nur durch Aufgabe ihrer selbstständigen Tätigkeit beenden.

Beiträge entrichten Selbstständige nach einem fiktiven Arbeitseinkommen in Höhe der Bezugsgröße (2018: 3.115 Euro monatlich in den alten bzw. 2.870 Euro in den neuen Bundesländern). Dieser so genannte Regelbeitrag beträgt somit in den alten Ländern im Jahre 2019 579,39 Euro, in den neuen Ländern 533,82 Euro monatlich. Bei Nachweis eines niedrigeren oder höheren Arbeitseinkommens kann der Selbstständige dieses Arbeitseinkommen, mindestens jedoch monatlich 450 Euro, seiner Beitragsleistung zugrunde legen.

Bis zum Ablauf von drei Kalenderjahren nach dem Jahr der Aufnahme der selbständigen Tätigkeit können die Selbstständigen Beiträge statt nach dem Regelbeitrag auf der Grundlage eines Arbeitseinkommen in Höhe von 50 vom Hundert der Bezugsgröße entrichten.

Mehr zum Thema:

Handwerkerversicherung
Scheinselbstständigkeit
Befreiung von der Versicherungspflicht
Regelbeitrag

Bezugsgröße

 

 

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