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Bibliotheksregale mit Büchern. – Bild: Getty Images/iStockphoto/Connel_Design

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Nachgelagerte Besteuerung

Das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung spielt nicht nur in der Altersvorsorge eine Rolle

Steuerlich begünstigte Versicherungs- oder Bausparverträge werden nachgelagert besteuert, wenn sie vorzeitig zurückgezahlt, beliehen oder abgetreten werden. Man spricht in diesem Fall auch von Nachversteuerung. Auch Mehreinnahmen aus steuerlich begünstigten Gewinnen in den jeweils zurückliegenden drei Jahren müssen gegebenenfalls nachversteuert werden.

Im Bereich der Altersvorsorge bedeutet nachgelagerte Besteuerung, dass Beiträge während der Ansparphase steuerbefreit oder -begünstigt sind und dafür die Versorgungsbezüge in der Auszahlungsphase versteuert werden müssen.

Riester-Renten müssen voll versteuert werden, während andere private Renten nur in Höhe des Ertraganteils von derzeit 18 Prozent (bei Renteneintritt mit 65) zu verstehen sind. Zahlungen aus Kapitallebensversicherungen sind seit Anfang 2005 nach fünf Beitragsjahren und zwölf Jahren Laufzeit abzüglich der Einzahlungen ab dem 60. Lebensjahr  (für Neuverträge seit dem Jahr 2012 nicht vor dem vollendeten 62. Lebensjahr) zur Hälfte steuerfrei, davor komplett steuerpflichtig.

Gesetzliche Renten sind seit Anfang 2005 zu 50 Prozent steuerpflichtig. Dieser steuerpflichtige Anteil steigt bis 2020 jährlich um zwei Prozentpunkte, danach bis 2040 um jährlich einen Prozentpunkt auf dann 100 Prozent. 2017 beträgt er also bereits 74 Prozent. Der steuerfreie Anteil eines Jahrgangs (2017 = 26 Prozent) wird im Folgejahr in einen individuellen Freibetrag umgewandelt, der lebenslang dann gleich hoch bleibt. Er wächst also nicht bei den Rentenerhöhungen mit.

Der steuerfreie Anteil der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung steigt seit 2005 ebenfalls jährlich um zwei Prozentpunkte an. 2005 betrug er 60 Prozent, 2017 bereits 84 Prozent und ab 2025 wird er 100 Prozent betragen.

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