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Altersvorsorge: Verbraucherzentralen fordern „Extrarente“

Viele Menschen machen sich Gedanken, ob das Geld im Alter reicht. Doch private Vorsorge über die Riester-Rente überzeugt nicht alle.

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Junger Mann sitzt am Wohnzimmertisch vor dem Laptop und füllt Dokumente aus. Bild: IMAGO / Westend61

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Berlin (dpa). Die Verbraucherzentralen fordern ein neues, staatlich organisiertes Angebot zur privaten Altersvorsorge. Bisher gebe es meist teure, kaum rentable und unflexible Versicherungen, von denen vor allem die Versicherungswirtschaft profitiere, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur.

Damit Menschen mehr Geld im Alter hätten, sei eine kostengünstige und gewinnbringende Anlage entscheidend. Der Verband wirbt seit längerem für ein neues Standardprodukt und hat nun ein genaueres Konzept einer sogenannten „Extrarente“ vorgelegt.

Das Konzept der „Extrarente“

Arbeitnehmer sollen demnach automatisch über ihren Arbeitgeber in die Vorsorge einzahlen – es sei denn, sie widersprechen. Möglich sein sollen Einzahlungen auch für Selbstständige. Ein öffentlicher Träger soll dann über Ausschreibungen private Fondsmanager beauftragen, das Geld am Kapitalmarkt anzulegen – vor allem in Aktien. Langfristig sei so höhere Rendite zu erzielen, erläutert der vzbv. Die Organisation über den öffentlichen Träger reduziere zudem Kosten im Vergleich zu gewinnorientierten Unternehmen. Kosten für Vertrieb entfielen ganz.

Die Bundesregierung sei nun gefragt, erklärte Verbands-Chef Müller. Komme ein Gesetzentwurf noch in diesem Jahr, könnten Verbraucher ab 2022 mit einer „Extrarente“ vorsorgen.

Dem Konzept zufolge sollen Einzahlungen der Arbeitnehmer flexibel etwa zwischen fünf und mehreren Hundert Euro im Monat möglich sein. Die Höhe soll auch laufend zu ändern sein. In einer „Basisvariante“ sollen vier Prozent des Bruttoeinkommens als monatliche Einzahlung vorgesehen werden.

Das Geld soll bis zum 49. Lebensjahr komplett in Aktien angelegt werden, was höhere Risiken, aber auch eine höhere zu erwartende Rendite bedeute. Danach solle schrittweise in nicht so stark schwankende Anlagen umgeschichtet werden. Ausgeschüttet werden soll die „Extrarente“ dann, indem Fondsanteile Stück für Stück verkauft und das entsprechende Geld monatlich ausgezahlt wird.

Das Problem der betrieblichen und privaten Vorsorge

Über die Zukunft der Absicherung im Alter wird derzeit diskutiert, auch in einer Expertenkommission der Bundesregierung. Dabei geht es neben der gesetzlichen Rente um betriebliche und private Vorsorge. Ein generelles Problem für private Vorsorge-Angebote sind die anhaltend niedrigen Zinsen.

Weitere Informationen

www.vzbv.de
Forderungen vzbv zur Bundestagswahl 2017, u.a. zu Altersvorsorge

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