Berlin (kr). Eine kaputte Waschmaschine, eine teure Autoreparatur oder eine überraschende Steuernachzahlung. Unerwartete Ausgabe können jeden treffen. Dazu gehören auch Phasen der beruflichen Neuorientierung mit weniger Einkommen oder doppelte Mietbelastungen bei Umzügen. Daher hält Kathleen Altmann, Spezialistin für Verbraucherthemen beim Bundesverband deutscher Banken finanzielle Vorsorge für enorm wichtig.
Wie hoch eine solche Rücklage sein sollte, hänge von den finanziellen Möglichkeiten, aber auch dem persönlichen Sicherheitsempfinden ab. Die Faustregel: Mindestens drei Monatsgehälter Reserve sollten es schon sein. Gar nicht so leicht, so viel Geld auf die hohe Kante zu schaufeln.
Überblick mit Haushaltsbuch
Der erste Schritt laut Altmann: „Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre monatlich laufenden Einnahmen und Ausgaben.“ So könne man Einsparmöglichkeiten aufspüren und mit etwas Disziplin für mehr finanzielle Sicherheit auch in einem Notfall sorgen.
Einen nennenswerten Betrag regelmäßig zur Seite zu legen, sei im Alltag oft schwierig. Dann könne es hilfreich sein, ein bis zwei Monate lang ein Haushaltsbuch zu führen und sich somit einen umfassenden Überblick über die eigenen Einnahmen und Ausgaben zu verschaffen. So ließen sich leichter Einsparpotenziale aufspüren.
Ein Fünftel des Gehalts sparen
Mit der 50-30-20-Regel werde das monatliche Nettoeinkommen in drei Ausgabetöpfe eingeteilt:
- 50 Prozent sind für Fixkosten vorgesehen. Dazu zählen beispielsweise wiederkehrende Posten, wie Miete, Strom, Telefonverträge oder Versicherungen, aber auch die Ausgaben für Lebensmittel.
- 30 Prozent bleiben Freizeitaktivitäten vorbehalten. Darunter fallen auch Ausgaben für Hobbys, Abonnements für Streamingdienste, Rücklagen für Urlaube oder aber Einkäufe, die über Lebensmittel hinausgehen. „Die Ausgaben aus diesem zweiten Topf können Sie stärker steuern als Ihre Fixkosten“, sagt Altmann. Bei den Freizeitausgaben lassen sich leichter Abstriche machen.
- 20 Prozent des Nettogehalts sollten den Notgroschen weiter befüllen. Das funktioniere am besten, wenn man Prozess mit einem Dauerauftrag auf ein Tagesgeldkonto automatisiert.
Auch wenn diese Regel nicht bei jedem funktioniere, biete sie ein Beispiel dafür, wie Ausgaben nach den eigenen finanziellen Möglichkeiten angepasst werden können. Man werde sich seiner Ausgaben bewusster und könne sie besser steuern, meint der Bankenverband.
Urlaubs- und Weihnachtsgeld nutzen
Darüber hinaus würden sich vor allem Sonderzahlungen eignen, um die eigene finanzielle Notreserve anzusparen. Insbesondere Urlaubs- oder Weihnachtsgeld kommen hierfür in Betracht, aber auch Bonuszahlungen oder andere Prämien. Und wer eine Gehaltserhöhung erhalte, könne sich weiterhin am bisherigen Einkommen orientieren und den Differenzbetrag zum Sparen nutzen.
Der Bankenverband empfiehlt außerdem, den Notgroschen nicht auf dem Girokonto anzulegen. Mit einem Tagesgeldkonto komme man ebenso leicht an sein Geld, erhalte aber eine bessere Verzinsung.
