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Größeres Defizit der Gesetzlichen Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) sind etwas tiefer ins Minus gerutscht. Die Kassen haben aber weiterhin sehr hohe Reserven.

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Hand hält eine Gesundheitskarte über einer Computertastatur. Bild: IMAGO / imagebroker / imago stock&people

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Berlin (dpa). In den ersten neun Monaten des Jahres wurde ein Defizit von 741 Millionen Euro verbucht, wie das Bundesgesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Nach dem ersten Halbjahr waren es 544 Millionen Euro Minus gewesen. Die Rücklagen betrugen Ende September rund 20,6 Milliarden Euro. Das sei immer noch etwa das Vierfache der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreserve.

Minister Jens Spahn (CDU) sprach von einem „unechten Defizit“, das buchungstechnisch durch den Abbau von Rücklagen entstehe. Die Kassen hätten weiterhin sehr hohe Reserven. „Beitragsgelder sind aber keine Sparanlagen. Krankenkassen mit besonders hohen Reserven müssen deshalb ihre Rücklagen Schritt für Schritt absenken. Dadurch profitieren auch die Beitragszahler.“

Hohe Ausgabendynamik aufgrund „teurer Reformen“ der GroKo

Die Kassen sprachen davon, dass sich eine hohe Ausgabendynamik im dritten Quartal nochmals deutlich verstärkt habe. Die Kassen gäben gegenwärtig für die Versorgung ihrer Versicherten mehr aus, als sie einnehmen, sagte die Chefin des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer. Das finde sich in fast allen Leistungsbereichen von Arzneimitteln über Heilmittel bis zur ambulanten und stationären Versorgung. Dies passiere zudem vor dem Hintergrund „teurer Reformen“ der Koalition, deren Kosten die Kassen und damit die Beitragszahler trügen.

Weitere Informationen

www.bundesgesundheitsministerium.de: 1.–3. Quartal 2019
Finanzergebnisse der Kassen 1. bis 3. Quartal 2019

www.bundesgesundheitsministerium.de: 1. Halbjahr 2019
Finanzergebnisse der Kassen 1. Halbjahr 2019

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